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Band XXIV (2005) Spalten 1-49 Autor: Thomas Hieke

ABRAM/ABRAHAM. Die Namensformen Abram und Abraham (A.) sind als Dialektvarianten zu verstehen. Die sprachgeschichtliche Herkunft des Namens ist im westsemitischen Bereich anzusiedeln, eine Datierung ist nicht möglich. Eindeutige außerbiblische Parallelen fehlen; Namen wie A-ba-am-ra-ma, A-ba-ra-ma, A-ba-am-ra-am begegnen in akkadischen Keilschrifttexten des 19. Jh. v. Chr., doch es ist problematisch, hier Varianten zu A. zu sehen (T.L. Thompson 1974, 25-36). Ein Bezug des ugaritischen Namens Abrm zu Abram ist unklar. . Der Personenname läßt sich als Satz deuten, wobei das Bildungsmuster so zu beschreiben ist: Nomen (evtl. Gottesname) als Subjekt + Verbum (im Hebräischen Suffixkonjugation) als Prädikat. Für Abram/Abraham ergibt sich die Deutung "Der (mein?) Vater ist erhaben", wobei "Vater" den Schutzgott bezeichnen kann und so der Name den Gottesnamen in sich trägt (theophor). Eine alternative Auffassung besteht in der Deutung "Er ist erhaben in Bezug auf seinen Vater", d.h. er ist von edler Abkunft. Keine andere Person im Alten Testament trägt diesen Namen. Durch die biblische Erzählung der Umbenennung (Gen 17,5) stehen die Varianten Abram und Abraham in symbolträchtiger Beziehung zueinander. Der neue Name bestätigt Gottes Geschichtsmacht und Intervention sowie A.'s neue Rolle in Gottes Plan. Die hier erwähnte Namenserklärung ist allerdings eine "Volksetymologie" 'ab-hamon "Vater einer Menge") und keine sprachgeschichtliche Erklärung.

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