BONIFATIUS VII., Papst, † Juli 989. - Crescentius I., der Führer der römischen Adelspartei, verbündete sich nach dem Tode Ottos I. mit dem Kardinaldiakon Bonifatius Franco gegen Benedikt VI., der im Juni 974 eingekerkert wurde. Crescentius erhob seinen Bundesgenossen als B. VII. auf den Stuhl Petri und ließ mit seinem Einverständnis Benedikt VI. in der Engelsburg durch einen Priester erdrosseln. Nur sechs Wochen konnte sich B. behaupten. Dann floh er mit den Schätzen der Peterskirche nach Konstantinopel. Otto II. erkannte Benedikt VII. als Papst an. Dieser exkommunizierte 975 B. auf einer römischen Synode. Auch Johannes XIV., der Nachfolger Benedikts VII., hatte am Kaiser einen starken Schutz. Otto II. starb Ende 983. Nun kehrte B. nach Rom zurück und bemächtigte sich der päpstlichen Herrschaft: er ließ im April 894 Johannes XIV. in die Engelsburg werfen, wo er am 20.8. 894 verhungerte oder vergiftet wurde. Elf Monate später starb plötzlich B.; vermutlich ist er ermordet worden. Das erbitterte Volk schändete seine Leiche, durchbohrte sie und schleifte sie durch die Straßen.
Lit.: LibPont II, 255 ff.; - Jaffé I, 485; II, 707. 747; - Hefele IV2, 632 ff.; - H.-K. Mann, The lives of the popes in the early Middle Ages IV, London 1910, 305 ff.; - P. Fedele, Richerche per la storia di Roma e del papato nel sec. X, in: Arch. Soc. Rom. Storia patria 33-34, 1910-11; - Louis Duchesne, Les premiers temps de l'état pontifical, Paris 1911, 356 ff.; - G. Bossi, I Crescenzi, Rom 1915, 21 f.; - Haller II, 217 f. 555 f.; - Seppelt II2, 378 ff. 435; - LexP 73; - DThC II, 991; - DHGE IX 900 ff.; - EC II, 1866; - LThK II, 589; - RE III, 291; - RGG I, 1354.