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Band XXIII (2004) Spalten 224-225 Autor: Ronny Baier

CONCANEN, Richard Luke, Dominikaner, erster katholischer Bischof von New York; * 27. Dezember 1747 in Kilbegnet, County Roscommon, Irland; † 19. Juni 1810 in Neapel kurz vor seiner Reise nach New York. - Im Alter von siebzehn Jahren verließ Concanen 1764 seine irische Heimat, die er nie wieder sehen sollte. Er ging nach Löwen, wo er am 14. September in die irische Provinz der Dominikaner eintrat. Im folgenden Jahr wurde er nach Rom geschickt, wo er fast den gesamten Rest seines Lebens verbringen sollte. Am 22. Dezember 1770 wurde er zum Priester geweiht. Zwischen 1769 und 1792 lebte er in San Clemente, dem römischen Hauptquartier der irischen Dominkaner. Von 1792 bis 1808 lebte er im Minerva, dem Generalat des Dominikanerordens in Rom. Dort arbeitete er als Assistent für den Generaloberen des Ordens. Während dieser Zeit diente Concanen verschiedenen irischen Bischöfen als Mittelsmann in Rom. Daneben arbeitete er auch für Bischof John Milner, dem Apostolischen Vikar für Mittelengland und für John Carroll (siehe dort), den Bischof von Baltimore, Maryland. Zweimal (1789 und 1802) lehnte es Concanen ab, selbst ein irisches Bistum anzunehmen. Während der "Veto Frage" zur Zeit der Emanzipation der irischen und englischen Katholiken stand Concanen auf Seiten der Hardliner, welche zu verhindern suchten, daß die englische Regierung im Austausch für die volle Emanzipation ein Veto Recht bei den Bischofsernennungen erhalten sollte. Auch kämpfte er gegen die Bestrebung nationaler Kreise im englischen und irischen Katholizismus, den englischen Staat die Gehälter des katholischen Klerus zahlen zu lassen. Concanen fürchtete dadurch eine zu große Unabhängigkeit der Geistlichen von den Bischöfen. - 1808 wurde Baltimore zum Metropolitansitz erhoben mit vier neuen Suffraganbistümern. John Carroll erinnerte sich wohl der guten Dienste Concanens. Er verzichtete auf eine Kandidatennennung für das neue Bistum New York, für das Rom sogleich Concanen vorschlug. Diesmal wehrte er sich nicht gegen die Ernennung zum Bischof. Am 24. April 1808 erhielt er die Weihe in der römischen Dominikanerkirche St. Katharina. Weil in Europa zur Zeit die Napoleonischen Kriege herrschten, war es ihm unmöglich sein Bistum zu erreichen. Erst im Juni 1810 schien sich eine Gelegenheit zur Überfahrt zu bieten, weshalb Concanen nach Neapel reiste, um sich dort eine Schiffspassage in die USA zu sichern. Am 19. Juni 1810 starb er jedoch völlig überraschend in Neapel. Am nächsten Tag wurde er in der dortigen Dominikanerkirche beigesetzt. Am 9. Juli 1978 weihte Kardinal Terence Cooke von New York an Concanens Grab eine Gedenktafel ein, die diesen als den ersten Bischof von New York auszeichnet.

Lit.: Victor F. O´Daniel, O.P., Concanen´s Election to the See of New York (1808-1810), in: Catholic Historical Review 2 (1917), 19-46; - Vincent R. Hughes O.P., The Right Reverend Richard Luke Concanen, First Bishop of New York (1747-1810), Freiburg 1926; - Florence D. Cohalan, A Popular History of the Archdiocese of New York, New York 1983, 21-24; - Michael Gazier (Hrsg.), The Encyclopedia of American Catholic History, Collegeville, Minnesota 1997, (Concanen, Richard Luke) 365; (New York, Catholic Church in) 1044-1049).

Ronny Baier

Letzte Änderung: 07.05.2004