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Band XXXI (2010) Spalten 367-369 Autor: Katrin Großmann

DIRKS, Marianne, geb. Ostertag, katholische Laienaktivistin, * 26.8. 1913 in Augsburg, Ehefrau des katholischen Publizisten Walter Dirks, † 15.10. 1993 in Wittnau. - Nach dem Studium der Musik in Freiburg gab Marianne Dirks Klavierstunden und verfaßte Konzertkritiken für die Freiburger Lokalzeitung. 1941 heiratete sie den Publizisten Walter Dirks, den sie im Umfeld der Liturgischen Bewegung kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor. Nach dem Krieg beteiligte sich Marianne Dirks intensiv am Aufbau der katholischen Frauenarbeit in Frankfurt. 1951 wurde sie von Prälat Klens zur Präsidentin des wiedergegründeten Zentralverbandes katholischer Frauen- und Müttergemeinschaften berufen und später durch Wahlen in ihrem Amt bestätigt, das sie bis 1972 ausübte. Während ihrer Amtszeit und durch ihren Einfluß hat sich der Zentralverband in seinen Strukturen mehr und mehr an ein modernes, von einem partnerschaftlichen Verhältnis der Geschlechter geprägtes Frauenbild angepaßt. 1968 wurde er umbenannt in Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd), Zentralverband (heute: Bundesgeschäftsstelle der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands). Ab 1952 war Marianne Dirks als Vertreterin des Zentralverbandes Mitglied im neu formierten Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) tätig. Darin bekleidete sie 1968-1972 das Amt der Vizepräsidentin. Nach dem Konzil wurde sie als Beraterin in die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz berufen. In ihrem Umfeld setzte sie sich entschieden für die Umsetzung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils ein. Marianne Dirks war Mitglied der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (1971-1975) und arbeitete in der Sachkommission I (Glaubenssituation und Verkündigung; ab 1973) mit. Der Fokus des Wirkens von Marianne Dirks lag auf der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, insbesondere auf der Verwirklichung von partnerschaftlichen Strukturen im Miteinander der Geschlechter in Kirche und Gesellschaft, einhergehend mit der eigenständigen Mitarbeit von Frauen, die durch eine zeitgenössische Bildungsarbeit dazu bestärkt und befähigt werden sollten. Daneben setzte sie sich ein für die Zulassung, wiederverheirateter Geschiedener zur Eucharistie und für die verantwortete Elternschaft auch nach der Enzyklika Humanae vitae. Diese Anliegen verfolgte sie auch nachdem sie 1972 ihre Ämter in ZdK und kfd niedergelegt hatte, weiter, indem sie sich ehrenamtlich in der kfd und in verschiedenen Gruppierungen des kirchlichen Lebens engagierte. Sie vertrat ihre Positionen darüber hinaus in zahlreichen Vorträgen und Beiträgen für katholische Zeitschriften (Publik Forum, Christ in der Gegenwart, Frau und Mutter, u.a.). 1972 wurde Marianne Dirks mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. 1986 wurde ihr gemeinsam mit ihrem Ehemann die Ehrenbürgerschaft ihrer Geburtsstadt Wittnau verliehen, in die sie in den 60er Jahren mit ihrer Familie zurückgekehrt war. - Der Nachlaß von Marianne Dirks befindet sich im Archiv des Zentralverbandes der Katholischen Frauengemeinschaft in Düsseldorf.

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Werke: Die Ehe. Chancen und Aufgaben heute, Freiburg 21970. Lebenstexte, hrsg. v. Anneliese Lissner, Düsseldorf 1994.

Aufsätze und Artikel (Auswahl): Die Frau und die Frömmigkeit, in: Bogler, Theodor OSB (Hg.), Frömmigkeit (Laacher Hefte, Bd. 27), Maria Laach 1960, S. 143-158. Dirks, Marianne - Lissner, Anneliese, Wünsche katholischer Frauen, Mütter und Ehepaare an das ökumenische Konzil, in: Schurr, Viktor (Hrsg.), Konkrete Wünsche an das Konzil, Kevelaer 1961, S. 57-90. Notizen aus Rom zum Konzil, in: Frau und Mutter, Januar 1964, S. 12-14. Notizen aus Rom 1964, in: Frau und Mutter, Januar 1965, S. 16. Fünf Tage für "Frau und Mutter" in Rom, in: Frau und Mutter, Januar 1966, S. 108f. Die Neger der Kirche? Überlegungen zur Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau (I), in: Publik 19, 8.5.1970, S. 25. Nur hören und beten dürfen? Überlegungen zur Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau (II), in: Publik 20, 15.5.1970, S. 24. "Klerikale Frauen"? Überlegungen zur Emanzipation und Gleichberechtigung (III), in: Publik 21, 22.5.1970, S. 20. Marsch ins Getto? In: Lehmann, Karl - Rahner, Karl (Hrsg.), Marsch ins Getto? Der Weg der Katholiken in der Bundesrepublik (Reihe Doppelpunkt) Mainz 1972, S. 9-23. Die bohrenden Fragen wachhalten, in: Publik Forum 18, September 1978, S. 15f. Glauben Frauen wirklich anders? In: Dies. (Hg.), Glauben Frauen anders? Erfahrungen, Freiburg - Basel - Wien 1983, S. 7-16. Königin, Magd oder Schwester im Glauben, in: Dies. - Karl Rahner (Hrsg.), Für eine neue Liebe zu Maria, Freiburg - Basel - Wien 1984, S. 37-70. Gesandt zum Zeugnisgeben. Das Beispiel der Maria von Magdala, in: Walter, Karin, Frauen entdecken die Bibel, Freiburg - Basel - Wien 1986, S. 153-159. Ein mühsamer Weg zu einer Gotteslehrerin von heute: Therese von Lisieux, in: Schottroff, Luise (Hrsg.) Gotteslehrerinnen, Stuttgart 1989, S. 155-167.

Herausgeberschaft: Sie prägten das Antlitz der Kirche. Heilige Frauen (Topos Taschenbücher, Bd. 113) Mainz 1982. Glauben Frauen anders? Erfahrungen, Freiburg - Basel - Wien1983. Dirks, Marianne - Rahner, Karl, Für eine neue Liebe zu Maria, Freiburg - Basel - Wien 1984.

Lit.: Lissner, Anneliese, Art. "Dirks, Marianne", in: LThK, Bd. 3, 31995, Sp. 258.

Katrin Großmann

Letzte Änderung: 09.04.2011