EBERHARD von Einsiedeln: Domherr und Abt, gest. 14.8. 958 in Einsiedeln. Fest: 14.8. - Er stammte aus einem vornehmen Geschlecht, später dem gräflichen Gschlechte derer von Nellenburg zugezählt. Er war der erste bekannte Dompropst von Straßburg. (J. M. B. Clauss). Er zog dann zu seinem früheren Mitbruder Benno in die Meinradzelle. Nach Umgestaltung dieser Einsiedlerniederlassung in ein Kloster nach der Regel des hl. Benedikt wurde er so der Gründer und der erste Abt von Einsiedeln. Dies war im Jahre 934. Kaiser Otto I. hat am 27. Oktober 947 den Grundbesitz bestätigt, er gewährte frei Abtswahl und Reichsunmittelbarkeit. Unter E. wurde die Klosterkirche von Einsiedeln 948 durch den Bischof Konrad von Konstanz feierlich eingeweiht. Nach seinem Tode wurde E. neben Benno bei der Marienkapelle beerdigt. Im Jahre 961 nannte Otto I. dieses Kloster Eberhardszelle anstatt Meinradszelle. E.s Gebeine wurden 1465 erhoben und 1522 von den protestantisch gesinnten Verwaltern mit anderen Gebeine vergraben. (Clauss). Nachdem sie später wieder aufgefunden worden waren, ruhen sie jetzt mit denen Bennos in der Sakristei. E. hat nach Glauss nie öffentliche Verehrung genossen, trotzdem stellten ihn mehrere Schriftsteller und Kalendarien unter die Heiligen. Seit dem Franzoseneinfall im Jahre 1798 sind seine Reliquien verschlollen. In der Kunst wird er da und dort dargestellt als Abt ohne Attribute.
Lit.: LThK2 Bd. III, Sp. 628 (R. Tschudi); - J. M. B. Clauss: Die Heiligen des Elsass, in ihrem Leben, ihrer Verehrung und ihrer Darstellung in der Kunst, Düsseldorf 1935, 54-55; - LThK3 Bd. III, Sp. 425 (J. Salzgeber).