ELLINGER: sel. Benediktinerabt, gest. 13. Mai 1056 in Tegernsee. - Als Schüler Froumunds von Tegernsee wurde er im Jahre 1017 Abt von Tegernsee. In dieser Tätigkeit reformierte er das Kloster, sicherte er die wirtschaftliche Lage und tat sehr viel für Kunst und Wissenschaft im Kloster. So machte er sich aber bei den Mönchen unbeliebt, und so kam es, daß diese ihn im Jahre 1026 zur Abdankung gezwungen haben. E. wurde aber nach einigen Jahren 1032 wieder als Abt von Tegernsee eingesetzt und zwar durch den hl. Godehard, den Bischof von Hildesheim. Wiederum wirkte E. durch seinen Reformeifer. Diesmal widmete er sich mit seinen Mönchen der Reform des Klosters von Benediktbeuren. Wiederum erregte er dadurch Neid und Mißgunst von Vertretern der Kirche. So setzt ihn Bischof Nizzo von Freising 1041 wiederum ab - und zwar ohne jede Angabe von Gründen. Es erfolgte diesmal seine Verbannung ins Kloster von Niederaltaich. Hier widmete er sich dem Gebet und der Schaffung kunstvoller Handschriften. Schließlich konnte er gegen Ende seines Lebens wieder ins Kloster von Tegernsee zurückkehren. Während all der Wechselfälle seines Lebens bewies er vorbildhafte Geduld. Im Jahre 1218 wurden seine Gebeine erhoben und bald darauf auf den Vitusaltar der Abteikirche übertragen.
Briefe: MG Ep.sel. III (Tegernseer Briefsammlung).
Lit.: LThK2 Bd. III, Sp. 826 (R. Bäumer); - Bauerreiß: II 87. 266; - Studien zur Tegernseer-Briefsammlung: DA 11 (1954-1955) 422 f.; - J. Torsy: Der große Namenstagskalender, aktualisierte u. erweiterte Neuausgabe, hrsg. H. J. Kracht, Freiburg-Basel-Wien, 19972, 131-132; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 123; - V. Schauber-H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1998, 220; - O. Lechner-U. Schütz: Mit den Heiligen durch das Jahr, Freiburg-Basel-Wien 19882, 104.