FERDINAND von Portugal, der Standhafte: sel. Prinz, Kreuzfahrer, * 29.9. 1402 in Santarem, Portugal, † 5.6. 1443 in Fez, Marokko. Fest: 5.6. - Jüngster Sohn Königs Johanns I. von Portugal. 1437 zog er und sein Bruder Heinrich mit einer Expedition von Lissabon zur Eroberung Tangers aus. Der Angriff verlief ungünstig. Von den Mauren eingeschlossen mußten sich die Portugiesen am 13. Oktober verpflichten, die 1415 eroberte Stadt Centa zu übergeben. F. wurde als Geisel zurückgehalten. Er wurde mit sieben anderen Portugiesen nach Arzila gebracht, dann nach Fez. Dort wurde er in Gefangenschaft gehalten und zur Zwangsarbeit verurteilt. 1441 willigte die portugiesische Regierung gegen die Freilassung von F. in die Übergabe von Centa ein. Jedoch die Mauren forderten eine nicht aufzubringende Ablösungssumme. F. mußte schreckliche Martern erdulden und starb in ihnen. In der portugiesischen Tradition lebt F. als der »hl. Prinz« fort. Calderon hat ihn in dem religiösen Drama »El principe constante«. Im Jahre 1470 erfolgte seine Seligsprechung. Seine Gebeine wurden 1473 in der Königsgruft zu Batalha in Portugal beigesetzt.
Lit.: LThK2 IV, Sp. 82 (M. de Oliveira); - ActaSS Jun. I (1694) 561-591; - Baudot-Chaussin VI 96 f.; - Catholicisme IV 1187; - V. Schauber: Pattloch Namenstagskalender Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 150; - J. Torsy: Lexikon der Deutschen Heiligen, Köln 1959, Sp. 1571; - LThK3 III, Sp. 1237 (L. Vones).