Verlag Traugott Bautz |
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GAPP, Jakob, kath. Priester, Marianist, Märtyrer, * 26.7. 1897 in Wattens b. Innsbruck, † 13.08. 1943 in Berlin. - Aus einer Arbeiterfamilie stammend kam G. 1910 an das Gymnasium der Franziskaner zu Hall in Tirol. Vom Mai 1915 an war er Soldat an der italienischen Front. Am 4. November 1918 in Gefangenschaft geraten, kehrte er am 18. August 1919 nach Wattens zurück. 1920 trat er ins Noviziat der Marianisten in Oberösterreich ein. Am 27. September 1921 legte er die ersten Gelübde ab. In Graz stationiert, war er dort bis 1925 Erzieher und Sakristan. In Privatstudien bereitete er sich auf den Eintritt ins Priesterseminar vor. Am 27. August 1925 legte er die ewigen Gelübde ab und zwar in Antony bei Paris. Im September kam G. in das internationale Priesterseminar der Gesellschaft Mariä in Fribourg/Schweiz. Am 5. April 1930 erfolgte seine Priesterweihe. Nach Österreich zurückgekehrt wirkte er bis 1938 als Erzieher, Religionsprofessor und Spiritual in den Schulen der Marianisten im Freistadt/Oberösterreich, Lanzenkirchen/Niederösterreich und Graz. Überall, wo G. wirkte, suchte er die Not der Arbeitslosen zu lindern. Zugleich warnte er bereits vor 1938 die Österreicher vor dem Nationalsozialismus. Deshalb mußte er 1938 Graz verlassen. Für kurze Zeit wirkte er in Freistadt. Dann sah die Ordensleitung in seinem Tun eine Gefahr, er wurde in seine Heimat Tirol geschickt, wo er bei Verwandten in Wattens, Erl, Terfens und Vomp unterkam. Dann wirkte er durch zwei Monate als Kooperator in Breitenwang/Außerfern. Ende Oktober 1938 erhielt er von der Gestapo das Verbot, Religionsunterricht zu halten. Immer wieder hatte er dort die Absolutheit des Gebotes der Nächstenliebe zu allen Menschen ohne Rücksicht auf Nationalität und Religion gelehrt. Am 11. Dezember 1938 verteidigte er in einer Predigt in Wattens den Papst gegen die Angriffe der Nazis und empfahl den Gläubigen, katholische Bücher statt Propagandaschriften der Nazis zu lesen. Nach dieser Predigt wurde ihm geraten, die Heimat zu verlassen. Im Januar 1939 gelangte G. nach Bordeaux. Im Mai 1939 nach Spanien, wo er in mehreren Ordenshäusern und als Hauslehrer unterrichtete. In Spanien hatte man kaum Verständnis für seine Warnungen vor den Nazis. Durch Spitzel, die bei ihm Unterricht - und zwar in Valencia - erbaten, geriet er in die Fänge der Nazis. Er wurde in das von den Nazis besetzte Frankreich entführt. Am 9. November 1942 erfolgte seine Verhaftung. Er wurde nach Berlin überstellt. Am 2. Juli 1943 wurde er zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung durch das Fallbeil erfolgte am 13. August 1943 in Berlin. Am 24. November 1996 durch Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.
Ekkart Sauser
Textergänzung
Sein Fest wird am 13. August gefeiert. Jakob Gapp wurde am 24. 11.1996 seliggesprochen.
Werkeergänzung:
1987
P. Jakob Gapp SM s. Gr. 2. 6. Heft von "Freund des Herrn" in der Gruppe 2 der Salterrae-Schriften [1987]; [Werke, Ausz.] P. Josef Levit SM, Hrsg. P. Jakob Gapp SM. Lebensbild u. ausgew. Zitate. Maria Roggendorf: Salterrae, 1987. 36 S.
Literaturergänzung:
1988
Levit, Josef, SM: Jakob Gapp. Zeuge seines Glaubens. Innsbruck, Wien: Tyrolia-Verlag, 1988. 104 S., 4 Bl. Abb.; -
1995
Kronthaler, Michaela: P. Jakob Gapp S. M. - Ein unbeugsamer Gegner des Nationalsozialismus. In: Bedrängte Kirche. Bedrängt - Verfolgt - Befreit. Hrsg. von Maximilian Liebmann und Michaela Kronthaler (Graz 1995), S. 48-53 (Grazer Beiträge zur Theologiegeschichte und kirchlichen Zeitgeschichte 9); -
1996
Pater Jakob Gapp SM : ein Märtyrer des Glaubens; [Dokumentation] / hrsg. von d. Österreichisch-Deutschen Ordensprovinz d. Marianisten (SM), Greisinghof bei Tragwein . - Innsbruck : Red. "Kirche", Wochenzeitung d. Diözese Innsbruck , 1996. 96 S.
Letzte Änderung: 09.04.2011