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Band II (1990)Spalten 1030-1031 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

HONORIUS II., Papst v. 15.12. 1124 bis 13.2. 1130. Lambert aus Fiagnano bei Imola entstammte einer einfachen Familie. 1117 wurde er Kadinalbischof von Ostia und nahm in dieser Eigenschaft an der Wahl Gelasius' II. (s.d.) teil. Mit diesem Papst floh er vor der gewalttätigen Politik der römischen Frangipiani und Kaiser Heinrichs V. in das französische Exil, wo er mit zu den Wählern Calixt' II. (s.d.) gehörte. Zu diesem Papst stand Lambert in einem nahen Verhältnis und wurde in schwierigen Missionen eingesetzt, z. B. beim Abschluß des Wormser Konkordates. Vielleicht wegen dieser Tätigkeit wurde er von dem kaiserlich gesinnten Robert Frangipiani 1124 gegen den bereits gewählten Cölestin II. zum Papst ausgerufen. Als Lambert diese tumultuarische Wahl nicht annehmen wollte, gewann er auch die Gegenpartei und übernahm die Leitung der Kirche. Nach Kaiser Heinrichs Tod verband ihn gutes Einvernehmen mit König Lothar III., dessen Gesuch um Bestätigung der Königswahl H. gern folgte und mit einer Exkommunikation des Gegenkönigs Konrad v. Hohenstaufen und dessen Anhang belohnte. Auch anderweitig wußte H. die kirchlichen Interessen erfolgreich zur Geltung zu bringen. In England und Dänemark wirkten päpstliche Legaten, ein Streit mit König Ludwig VI. v. Frankreich wurde friedlich beigelegt und einige Grafen der Campagna mit Hilfe der Frangipiani wieder der päpstlichen Oberhoheit unterworfen. Allerdings gelang es ihm nicht, das Herzogtum Apulien als erledigtes Lehen dem Grafen Roger von Sizilien gewaltsam zu entreißen, weil König Lothars Hilfe zu lange auf sich warten ließ. H. bestätigte 1126 den Prämonstratenser-Orden. Während in Rom sich der Parteienzwist erneut erhob, starb H. nach einem fünfjährigen Pontifikat in einer Frangipiani-Burg.

Lit.: Wilhelm Bernhardi, Lothar v. Supplinburg, 1879; - Erich Caspar, Roger II. (1101-1154) u. die Gründung der normann.-sicil. Monarchie, Innsbruck 1904, 61-88; - Ders., in: QFIAB 7, 1904. 189-219; - Georg Schreiber, Kurie u. Kloster in, 12. Jh. I, 1910, 419; - P. Adamczyk, Die Stellung des Papstes H. II. zu den Klöstern (Diss. Greifwald) 1912; - Johannes Bachmann, Die päpstl. Legaten in Dtld. u. Skandinavien (1125-1159), 1913, 5-21; - U. Balzani, Italia, papato e impero, Messina 1930; - Hans-Walter Klewitz, Kg.tum, Hofkapelle u. Domkapitel im 10. u. 11. Jh., in: AUF 16, 1939 (Nachdr. Darmstadt, 1960); - Ders., Reformpapsttum u. Kard.kolleg, 1957, 209-259; - P. F. Palumbo, Lo scisma del MCXXX. Rom 1942; - P. Brezzi. Roma e l'impero medievale, Bologna 1947, 304-310; - P. Gritti, Osservazioni sull'elezione papale del 1124 (Onorio II), (Diss. Mailand), 1970; - Robert Somerville, Pope H. II, Conrad of Hohenstaufen, and Lothar III, in: Archivum historiae Pontificiae 10, 1972, 341-346; - F. Porta, Rapporti di Onorio II con le correnti monastiche e con le communita di chierici viventi in commune, (Diss. Mailand), 1973; - A. F. Lenzi, Lamberto, cardinale vescovo d'Ostia, nel periodo precedente al suo pontificato, (Diss. Mailand), 1973; - Uta-Renate Clumenthal, The text of a lost letter of Pope H. II, in: Bulletin of Medieval Canon Law 4, 1974, 64-66; - H. Stoob, Zur Königswahl Lothars v. Sachsen i. J. 1125, in: H. Beumann (Hrsg.), Histor. Forsch. f. W. Schlesinger, 1974, 438-461; - George J. Schiro, The career of Lamberto da Fagnano - H. 11(10357-1130) and the Gregorian Reform, (Diss. Ncw York), 1975; - Francesco V. Lombardi, La bolla di Papa Onorio II a Pietro vescovo di Montefeltro (anno 1125), in: Studi Montelfetrani 4, 1976, 57-100; - F. Geldner, Kaiserin Mathilde, die deutsche Königswahl von 1125 und das Gegenkönigtum Konrads III., in: Zschr. f. Bayer. Landesgesch. 40, 1977, 3-22; - Watterich II, 157-173; - Hauck IV, 114-136; - Hefele-Leclercq V, 645-675; - Fliche-Martin IX, 42-51; - Haller III, 24-34. 485 ff.; - Seppelt III, 165-171; - MPL 166, 1217-1320; - Jaffe I, 823-839; II, 755; - LibPont II, 327 ff. 329; - III. 136 ff. 170 f.; - Wetzer-Welte VI, 258-260; - RE VIII,316 ff.; - RGG III, 445; - DThC VII, 132-135; - EC IX, 141; - LThK V, 476.

Friedrich Wilhelm Bautz

Letzte Änderung: 19.06.2008