ISIDOROS von Chios, + um 251 auf Chios, Heiliger und Märtyrer;
Fest; 15. Mai (Venedig: 16. April). Nach der Legende (es liegen mehrere,
z.T. abweichende Fassungen vor) soll I., ein Proviantmeister im römischen
Heer, mit der Flotte von Alexandrien nach Chios gekommen sein, wo
er, des christlichen Glaubens verdächtigt, unter Decius enthauptet
wurde. Bereits im 6. Jh. hatte er auf der Insel Chios eine eigene
Grabbasilika. Um 1125 überführten Kaufleute seine Gebeine in die S.
Marco Kirche (Venedig), in der im 14. Jh. die St. Isidor- Kapelle
mit Altar und Grabmal errichtet wurde. Weitere Reliquien befinden
sich u. a. in Zara und in Martonello, Katalonien. I. ist der Patron
von Venedig und Chios und der Seeleute.
Lit.: P. Saccordo, La cappella di S. Isidoro nella basilica
di San Marco, con la storia del santo martire di Chio... Venedig 1897;
- AS Mai III, 1680, 445-452; - BHG 3II, 45-46; -
BHL I, 664; - EC VII, 252-253 u. Taf. XVIII; - Catholicisme
VI, 151; - Doyé I, 630; - BS VII, 960-968 (mit zahlr. Abb.);
- LThK 1V, 624; - LThK 2V, 788.