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Verlag Traugott Bautz
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KYROS von Phasis, monotheletischer Patriarch von Alexandria, Geburtsdatum unbekannt, gestorben am 21.3. 642 in Alexandria. - K. war zunächst Bischof von Phasis im westgeorg. Lazika. Um das Jahr 626 versuchte Kaiser Herakleios K. für die vom Patriarchen Sergios (610-638) entwickelte Formel von der einen gottmenschlichen Energie Christi zu gewinnen, die dieser entwickelt hatte, um zu einem dogmatischen Kompromiß mit den Monophysiten zu gelangen. K. verhielt sich anfangs ablehnend, konnte aber durch einen ausführlichen Brief des Sergios für die Kompromißformel des Patriarchen gewonnen werden. - 631 ernannte Kaiser Herakleios K. zum Patriarchen von Alexandrien und unterstellte ihm auch die Verwaltung des Landes. K. soll die monophysitischen Kopten einer blutigen Verfolgung ausgesetzt haben. Sein koptischer Gegenspieler, Benjamin I. (626-665), mußte in den Untergrund ausweichen. Einen Teil der koptischen Bischöfe konnte K. im Sommer 633 zur Unterschrift unter einen neun Kapitel umfaßenden Unionstomos, der die Formel von der einen gottmenschlichen Energie Christi enthielt (μία ϑεανδρικὴ ἐνέργεια), veranlassen, doch stieß dieser Tomos auf den Widerstand des Sophronios, der 634 Patriarch von Jerusalem wurde. Es scheint, daß K. die Verfolgung der nicht unionswilligen Kopten nach 633 noch verschärfte. Diese unkluge Politik rächte sich, als die Araber unter Amr 639 mit der Eroberung Ägyptens begannen. Nach der Niederlage der byzantin. Truppen bei Heliopolis im Herbst 640 schloß K. einen Vertrag mit Amr, worin die Einstellung der Kämpfe gegen einen jährlichen Tribut von 200 000 Solidi vereinbart wurde. Dieses Abkommen wurde von Kaiser Herakleios nicht anerkannt, K. wurde vielmehr im November 640 nach Konstantinopel abberufen und verbannt. Kaiserin Martina schickte ihn nach dem Tode des Herakleios nach Ägypten zurück, wo er am 14.9. 641 wieder eintraf. K. handelte noch einmal einen Vertrag mit den Arabern aus, der den Abzug der byzantin. Truppen aus Ägypten vorsah und deshalb bei der Bevölkerung Alexandrias auf Ablehnung stieß. Es scheint, daß K. wegen seiner Herkunft aus Georgien den Beinamen Muqauqas oder Muqauqis (der Kaukasier) erhielt.
Werke: Briefe: Mansi X, 1004/1005; XI, 560-564; Glaubensbekenntnis: Mansi XI, 564-568.
Lit.: Venance Grumel, Recherches sur l'histoire du monothélisme, in: EO 27, 1928, 6-16, 257-277; EO 28, 1929, 19-34, 158-166, 272-282; EO 29, 1930, 16-28; - C. D. G. Müller, Benjamin I., 38. Patriarch von Alexandrien, in: Le Muséon 69, 1956, 313-340; - Ders., Neues über Benjamin I., in: Le Muséon 72, 1959, 323-347; - K. E. Antones, Ὸ Κῠρος Ἀλεξανδρείας καὶ οὶ Κόπται, Thessalonike 1959; - Atiz S. Atiya, A History of Eastern Christianity, 1968, 77-81; - Andreas Stratos, Byzantium in the seventh century I, 1968, 291, 297-299, 302/303; II, 1972, 88-112; - C. D. G. Müller, Grundzüge des christl.-islam. Ägypten, 1969, 136-138; - Anthony Alcock, Cyrus the Mukaukas and Melkite Patriarch of Alexandria: Un trafiquant de cher blanche? In: Le Muséon 86, 1973, 73/74; - Alfred J. Butler, The Arab conquest of Egypt and the last thirty years of the Roman Dominion, 19782 (siehe Index); - Anthony Alcock (Hrsg.), The Life of Samuel of Kalamun by Isaac the Presbyter, 1983; - Friedhelm Winkelmann, Die Quellen zur Erforschung des monenergetisch-monotheletischen Streites, in: Klio 69, 1987, 515-559; - Beck, 292, 431/432; - Ders., Geschichte der orthodoxen Kirche im byzant. Reich, 1980, 55/56; - DThC III, 2582-2584; - LThK VI, 716; - EC III, 1734; - Catholicisme III, 418; - Θρησκευτικὴ καὶ Ήϑικὴ Ἐγκυκλοπαιδεία VII, 1221/1222.
Klaus-Peter Todt
Literaturergänzung:
«Ich bin Jahwe» – «Ich bin Ištar von Arbela»: Deuterojesaja im Lichte der neuassyrischen Pro¬phetie, in: B. HUWYLER, H.-P. MATHYS & B. WEBER (Hrsg.), Prophetie und Psalmen: Festschrift für Klaus Seybold zum 65. Geburtstag (Alter Orient und Altes Testament 280), Münster 2001, 31-59.
Letzte Änderung: 15.12.2009