KOCHS, Anton, * 18.8. 1902 in Düsseldorf, † 25.3. 1984 in Bergisch Gladbach. Kath. Priester, Direktor der Kirchlichen Hauptstelle Bild und Film. Nach dem Abitur im April 1921 in Wesel am Niederrhein begann Anton Kochs mit dem Studium der Theologie am Institutum philosophicum in Innsbruck. Hier erwarb er 1923 zunächst mit der Arbeit über "Die Erkenntnistheorie Schopenhauers" das Lizentiat. Sein Introitus-Examen legte er bei Prof. Ettlinger in Münster/Westf. mit einer Schrift über die "Elimination von Qualitäten aus dem Naturbild durch kinetische und Strukturtheorien" ab und trat danach in das dortige Priesterseminar ein. Am 12. März 1927 wurde Anton Kochs durch Bischof Dr. Johannes Poggenburg in der Domkirche in Münster zum Priester geweiht und war danach zunächst als Kaplan in Ahlen-Sendenhorst (Westfalen) tätig. Zwei Jahre später wechselte er in das Bistum Meißen und sammelte hier durch eigene Filmvorführungen und Lichtbildvorträge seine ersten Erfahrungen mit den noch jungen Medien Bild und Film. Bei der Bischöflichen Behörde in Bautzen legte er sein Cura-Examen ab und trat hier in die Priestergemeinschaft des hl. Philippus Neri ein. Monsignore Bernhard Marschall, einer der Pioniere der kirchlichen Medienarbeit, berief Anton Kochs 1934 zu seinem Assistenten bei der Bischöflichen Hauptstelle für die Katholische Aktion in Düsseldorf. Von 1939 bis Kriegsende war er Direktor des Katholischen Vortragswerks (Volkshochschule) und der Diözesanfilmstelle in Berlin, welche als Vorreiter aller deutschen Diözesan-Filmstellen gilt. Zugleich war er von 1941 bis 1946 als Religionslehrer tätig und Kuratus an der Kirche St. Konrad. Nebenbei betreute er die Stadtrandsiedlungen seelsorgerisch. 1946 wurde Anton Kochs zum Direktor der neugegründeten Hauptstelle für Bild- und Filmarbeit e.V. in Köln bestellt und stand dieser bis zu seiner Emeritierung 1969 vor. Während dieser Zeit war Anton Kochs, der in Köln-Lindenthal wohnte, in mehreren Gremien tätig: Er war kirchlicher Assistent und Vorstandsmitglied der internationalen katholischen Filmorganisation in Brüssel (O.C.I.C.), Mitglied der Filmausschüsse sowohl im Bundesinnenministerium als auch im Bundesfamilienministerium, Vertreter der katholischen Kirche in der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK), Vorsitzender der Katholischen Filmkommission für Deutschland, Konsultor der Päpstlichen Kommission für die Massenmedien, Herausgeber der Zeitschriften "film-dienst" und der "Katholischen Film-Korrespondenz". Für seine Verdienste wurde Anton Kochs 1957 zum Päpstlichen Geheimkämmerer und 1967 zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt. Im selben Jahr erhielt er auch das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. 1982 verlieh ihm der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Höffner, die Bonifatiusmedaille. Von 1969 bis zu seinem Tod am 1984 war Anton Kochs als Subsidiar in der Pfarre Bärbroich bei Bergisch Gladbach tätig.
Werke: Notizen am Rande, Ansprache beim Festakt zur Verleihung des dt. Filmpreises 1965, Köln 1965; Massenmedien im Dienste der kirchlichen Verkündigung, Referate der Jahrestagung der katholischen Filmarbeit 25.-28.9.1961 in Bad Niedernau am Neckar, Köln 1962; Koch, Anton (Hrsg.): Das 21. Konzil, Essen 1962; Papstworte über den Film. Briefe und Ansprachen des Papstes zur Filmfrage, Paderborn 1949.
Lit.: Kuchler, Christian, Kirche und Kino. Katholische Filmarbeit in Bayer (1945-1965), Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, 106, Paderborn 2006.