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Band XXI (2003) Spalten 854-856 Autor: Ekkart Sauser

LUCIA: hl. Märtyrerin aus Syrakus, wohl um 304 gest., Fest: 13.12. - Die Geschichtlichkeit der L. ist gesichert durch die in Syrakus wiederentdeckte Lucia-Katakombe mit Loculus. - Nach der im 5./6. Jh. verfassten legendarischen, lateinisch und griechisch vorliegenden Passio weihte sich L. nach einer Vision der hl. Agatha dem Leben einer Jungfrau für Christus und gab ihr Vermögen an die Armen. In der Verfolgung des Diokletian ist sie nach verschiedenen Martern durch das Schwert hingerichtet worden. Das früheste Kultzeugnis aus dem Anfang des 5. Jh. ist die im Jahre 1894 aufgefundene Grabinschrift der Euskia in der Katakombe S. Giovanni in Syrakus. Ihr Fest wurde später in das Sacramentarium Gelasianum und Gregorianum aufgenommen. Wahrscheinlich von Gregor d. Gr. wurde ihr Name in den Meßkanon eingefügt. Gregor d. Gr. bezeugt um das Jahr 600 ein Luciakloster in Syrakus und Rom. Auf den Mosaiken in S. Apollinare Nuovo zu Ravenna aus dem 6. Jh. erscheint L. auch. Papst Honorius I. erbaute ihr zu Ehren in Rom die Kirche S. Lucia in Selce. Im Mittelalters wurde L. zu einer der beliebtesten Heiligen des Abendlandes überhaupt. Ihre Legende hat Volkslied und Volksdichtung wie Dante selbst beeinflußt. In der christlichen Kunst erscheint sie sehr oft. 1038 wurden ihre Reliquien von Syrakus nach Konstantinopel gebracht. Von da kamen sie 1204 nach S. Giorgio Maggiore zu Venedig. 1860 erfolgte ihre Übertragung nach S. Geremia in Venedig. Eine andere Nachricht stammt von Sigebert v. Gembloux. Hier wird von einer Übertragung der Gebeine zunächst nach Corfinum (heute Pentima) im 8. Jh., und von dort um 970 in das Vinzenzkloster zu Metz berichtet. Ins westliche Deutschland ist die Verehrung der L. von Metz her gekommen. Während des ganzen Mittelalters zogen zahlreiche Pilger nach Metz zu den Reliquien der Heiligen. Luzia-Bruderschaften werden in Eifeler Kirchenbüchern schon im 13. Jh. erwähnt. Sie ist besondere Patronin der Augenkranken. Ungemein zahlreich sind ihre weiteren Patronatsaufgaben: Sie ist Patronin der Armen, der reuigen Dirnen, der Glaser, der Weber, der Schneider, der Näherinnen, der Sattler, Polsterer, Notare, Schreiber, Pedelle, Türhüter, Kutscher, Bauern, kranker Kinder, gegen Halsschmerzen, Ruhr, Blutfluß, Infektionskrankheiten. - Häufig wird sie dargestellt mit 2 Augen in einer Schüssel. In nordischen Ländern, vor allem in Schweden, ist sie "Lichtbringerin".

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Lit.: LThK2 Bd. 6, Sp. 1171-1172 (K. Baus); - Baudot-Chaussin XII 401-411; - Réau III/2 833-836 ff.; - ECatt VII 1618-1623; - Braun TA 467-470; - BHG 995 f.; - MartHieron 647; - BHL 4992-5003; - V. L. Kennedy: The saints of the canon of the Mass, Rome 1938, 169-173; - W. Hay: Volkstümliche Heiligentage, Trier 1960, 444-45l; - J. Torsy-H. J. Kracht: Der Große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 2002, 377; - V. Schauber: Pattloch-Namenstagskalender, Dokumentation H. M. Schindler, Augsburg 1994, 398; - V. Schauber-H. M. Schindler: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, München 2001, 640-642; - MartRom (Ed. 2001) 633; - G. Gugitz: Fest- und Brauchtumskalender, Wien 1955, 150-152; - BiblSS 8, 241-257; - Cath 7, 1242 f.; - DPAC 2, 2042, LThK3 Bd. 6, Sp. 108l-1082 (M.-B. v. Stritzky).

Ekkart Sauser

Literaturergänzung:

1986

Karl Böck, Menschen und Heilige. 2. Aufl. Donauwörth 1986, S. 462f.; -

2000

Barbara Hutzl-Ronge, Feuergöttinnen, Sonnenheilige, Lichtfrauen, 2000, 222-228, 230, 232-236; -

2002

Barbara Hutzl-Ronge, Quellgöttinnen, Flußheilige, Meerfrauen, 2002, 57; -

2006

Carla Morini, La "Vita di s. Lucia" di Aelfric e il "Cotton Corpus Legendary", in: Testi agiografici e omiletici del medioevo germanico. Verona 2006, S. 25-39; -

2009

Vincenza Milazzo, La Sicilia: Agata e Lucia. Note storiografiche, in: Giustina e le altre. Roma 2009, S. 243-270.

Letzte Änderung: 09.04.2011