Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen
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BEER, Martin Band XXV (2005) Spalten 46-47 Autor: Gunnar Anger BEER, Martin, katholischer Priester und Dogmenhistoriker, * 14.1. 1920 in Brunn, † 13.8. 1988 in Kirchheim bei München.

Nach der Teilnahme am Reichsarbeitsdienst studierte er 1939/40 in Eichstätt Philosophie. Von Oktober 1940 bis 1945 nahm er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil, zuletzt als Kompanieführer. Er erlitt während des Krieges vier Verwundungen. Im November 1945 begann er als Alumnus des Priesterseminars Regensburg das Studium der katholischen Theologie. Am 29. Juni 1949 wurde er von Erzbischof Michael Buchberger (1874-1961) zum Priester geweiht. Nach zwei Kaplansjahren in Wörth a. d. Donau wurde er zum Studium der Dogmatik an der Universität München freigestellt. 1958 promovierte er bei Michael Schmaus (1897-1993, s. Bd. IX) in München mit der Note "summa cum laude" über den Scholastiker Dionysius den Kartäuser († 1471, s. Bd. I). Ein Resultat seiner Arbeit lautete: "Der so konservative Kartäuser darf für sich das Verdienst beanspruchen, als erster in der Entwicklung einer theologia naturalis von der positiv-göttlichen Bestimmung des Menschen zur visio beatifica abstrahiert und die Auswirkung der reinen, in sich stehenden Natur (natura pura) konsequent zu Ende gedacht zu haben.

So ist er der Begründer einer revolutionären Neuerung, die man bisher viel später lebenden Theologen des 16. Jahrhunderts zugeschrieben hat und die die neuzeitliche Denkweise einleitete. In diesem Punkt ist der 'letzte Scholastiker' zugleich der erste moderne Theologe." Sein Kurskollege Karl Flügel (1915-2004), seit 1968 Weihbischof von Regensburg, schilderte, was nach Beers Dissertation geschah: "Seine Doktorarbeit war so umfangreich und durchdacht, daß ihm sogleich nahegelegt wurde, das mit Bienenfleiß gesammelte Material zu einer Habilitationsschrift auszugestalten. Ein mühsamer, entsagungsvoller, mit Verdemütigungen und Enttäuschungen bedeckter Weg begann. In dieser bitteren Phase seines irdischen Pilgerweges kam es, gewiß verursacht durch eine der schweren Kriegsverletzungen, zu einem anhaltenden 'Energiebruch'. Dr. Martin Beer ... trug nun in sein fünftes und sechstes Lebensjahrzehnt hinein das schwere Kreuz körperlicher und bitterer seelischer Leiden." Beer zog nach Kirchheim bei München in das Haus seiner Schwester, die ihn in seiner schweren Krankheit bis zu seinem Tod pflegte. Er starb im Alter von 68 Jahren. Nach einem von Weihbischof Flügel zelebrierten Requiem wurde er im Elterngrab in Brunn beerdigt.

Werke: Dionysius´ des Kartäusers Lehre vom Desiderium naturale des Menschen nach der Gottesschau (MThS, Systematische Abt. Bd. 28). München 1963.

Lit. (Auswahl): Rezensionen zum Buch: Dionysius´ des Kartäusers Lehre vom Desiderium naturale des Menschen nach der Gottesschau (MThS, Systematische Abt. Bd. 28). München 1963. In: Scholastik 38 (1963) 622f. (Johannes Beumer), MThZ 15 (1964) 323f. (Josef Finkenzeller), ThLZ 89 (1964) Sp. 925-928 (Martin Anton Schmidt), ZKTh 86 (1964) 238f. (Engelbert Gutwenger), TThZ 74 (1965) 307 (Wilhelm Breuning); - B. E., Das Zeugnis ertragener Enttäuschung. Zum Tod von Dr. theol. Martin Beer, Kirchheim, am 13. August, in: Münchener Kath. Kirchenzeitung, 18.9.1988, 19; - Klerusblatt 68 (1988) 322; - Dirk Wassermann, Dionysius der Kartäuser. Einf. in Werk u. Gedankenwelt (Analecta Cartusiana Bd. 133). Salzburg 1996. 59-63, 82, 254; - Stefan Podlech, Discretio. Zur Hermeneutik der rel. Erfahrung bei Dionysius dem Kartäuser (Analecta Cartusiana Bd. 194). Salzburg 2002 (s. Reg.).

Gunnar Anger