Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen


HAMMER, Philipp Band XXIV (2005) Spalten 751-759 Autor: Gunnar Anger HAMMER, Philipp, katholischer Volksprediger und theologischer Schriftsteller, Urheber des Spruches "Katholisch ist Trumpf", * 13.2. 1837 in Stein im Wasgau, † 8.6. 1901 in Wolfstein.



P. H. wurde als ältester von sieben Söhnen eines Kleinbauern in dem Gebirgsdorf Stein in der Südpfalz geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule in Annweiler und des Gymnasiums in Speyer studierte er bei den Jesuiten an der Universität Innsbruck Philosophie und Theologie. In Innsbruck schloß er Freundschaft mit Felix Korum (1840-1921), dem späteren Bischof von Trier, und promovierte zum Doktor der Theologie. Am 25. August 1861 wurde er im Dom zu Speyer durch Bischof Nikolaus von Weis zum Priester geweiht und am Tag danach zum Kaplan in Frankenthal ernannt. Am 6. Januar 1862 erhielt er eine Kaplansstelle am Speyrer Dom. Am 24. August 1863 erfolgte die Ernennung zum Kaplan in Zweibrücken. Am 29. Februar 1864 wurde ihm die Administration der Pfarrei Wolfstein übertragen. Im Alter von 27 Jahren wurde er am 30. Januar 1865 schließlich zum Pfarrer dieser kleinen Diasporagemeinde ernannt. Die Pfarrei zählte 1873 auf neunzehn Dörfern und Gehöften 476 Katholiken unter 5617 Nichtkatholiken. In Wolfstein blieb H. Pfarrer bis zu seinem Tod. 1879/80 bewarb er sich dreimal vergeblich um eine Domkapitularsstelle in Speyer. Auch seine Bewerbung um die Stelle des Dompropstes 1888 blieb trotz der Unterstützung durch den vatikanischen Staatssekretär Rampolla (s. Bd. VII) und Bischof Korum erfolglos. Insbesondere Giovanni Battista Guidi (1852-1904), Auditor an der Nuntiatur in München, hatte sich für ihn eingesetzt. Mit Korum, der öfters im Wolfsteiner Pfarrhaus zu Gast war, unternahm H. im Oktober 1893 eine mehrwöchige Reise nach Rom und Lourdes. An Weihnachten 1900 wurde ihm der Titel "Geistlicher Rat" verliehen. In seiner Pfarrei erbaute er in Kaulbach die Herz-Mariä-Wallfahrtskirche (Einweihung 1875) und in Olsbrücken die Josefskapelle (Einweihung 1887). Er war ein Anhänger der Zentrumspartei und kandidierte bei den Reichstagswahlen mehrmals in dem für das Zentrum hoffnungslosen Wahlkreis Kusel-Homburg. -