Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen
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MÜLLER, Magdalena Imelda Band XXXV (2014) Spalten 968-971 Autor: Paul P. Steffen MÜLLER, Magdalena Imelda SSpS (1884-1944). Neuguinea-Missionarin. —

Magdalena Müller wurde am 7. Sept. 1884 in Biebergemünd-Lanzingen, Main-Kinzig-Kreis, Hessen, als Tochter der Eheleute Kilian u. Agnes Müller, geb. Wenzel, geboren u. starb am 6. Febr. 1944 in Papua-Neuguinea. — Magdalena M. wuchs gemeinsam mit zwei Schwestern u. zwei Brüdern auf. Ihr Vater war Landwirt u. Leinweber. Ihre Heimatpfarrei gehört zum Bistum Fulda. Am 6. April 1891 wurde sie in die Volksschule im Nachbardorf Roßbach aufgenommen. Mit einem sehr guten Zeugnis verließ sie zu Ostern 1899 die Schule, um fortan ihren Eltern bei der Haus- und Feldarbeit zu helfen. — Am 14. Oktober 1904 schrieb Magdalena M., gerade zwanzigjährig, an die Oberin der Steyler Missionsschwestern u. bewarb sich um Aufnahme in den 1889 von Arnold Janssen gegründeten Missionsorden der Dienerinnen des Heiligen Geistes (Servae Spiritus Sancti – SSpS). Am 27. Mai 1905 verließ Magdalena M. ihr Elternhaus u. trat ins Mutterhaus der Missionsschwestern in Steyl an der Maas (Niederlande) als Postulantin ein. »Imelda« wurde ihr Ordensname. Am 26. Mai 1907 Mai 1907 legte sie ihre ersten Gelübde in Steyl ab. Anschließend begann ihre Ausbildung zur Missionslehrerin im Steyler Herz-Jesu-Kloster. Sr. Imelda erhielt die Missionsbestimmung für Neuguinea, wo sie am 16. Mai 1910 ankam. Ihre ersten beiden Jahre verbrachte sie in der Zentralstation St. Michael in Alexishafen, dem Verwaltungszentrum der kath. Heilig Geist Mission des Steyler Missionswerkes im damaligen Deutsch-Neuguinea. Von 1912 bis 1923 war sie als Lehrerin in der Station Monumbo im Einsatz. 1924 wird die Station Monumbo auf die gegenüberliegende Vulkaninsel Manam verlegt, wo Sr. Imelda zwei Jahre las Hausoberin wirkte. 1922 wurde Sr. Imelda Regionalassistentin u. 1926 wurde ihr das Amt der Regionaloberin für die Steyler Missionsschwestern in Neuguinea mit Amtssitz in Alexishafen übertragen; 1929 erhielte sie eine zweite Amtszeit. Als das Amt 1932 auslief, wurde sie Hausoberin in Ulingan, und ab 1935 auf Manam. Von April bis Juni 1934 fand in Steyl/Niederlande ein Generalkapitel ihres Ordens statt, an dem sie als Delegierte von Neuguinea teilnahm. 1938 wurde sie wieder Regionaloberin in Alexishafen. Am 23. Dez. 1942 besetzten japanische Truppen die Missionsstation St. Michael in Alexishafen. Der 9. April 1943 wurde für die Schwestern zum Schicksalstag, da die Alliierten Brandbomben auf das Regionalhaus der Schwestern abwarfen u. die 27 dort wohnenden Schwestern obdachlos werden. Die japanische Besatzungsmacht schränkte die Missionsarbeit u. Freiheit der Missionare zunehmend ein. Zuerst durften sich die Missionare ins Hinterland zurückziehen; schließlich wurden sie im Nov. 1943 auf der Insel Manam interniert. Am 5. Febr. 1944 erhielten alle internierten Missionare den Befehl sich auf das japanische Kriegsschiff »Yorishime Maru« zu begeben. Das Ziel der Reise wurde nicht genannt. Das Schiff fuhr am 6. Februar, einem Sonntagmorgen, an der Nordküste entlang Richtung Wewak. Kurz vor Wewak tauchten amerikanische Flieger auf u. beschossen die Yorishime Maru. Von den 47 internierten Schwestern waren nur 5 ganz unverletzt, andere leicht, 7 schwerverwundet u. 27 sofort tot. Zudem hatten 12 Brüder u. 7 Patres der Steyler Mission ihr Leben verloren. Schwester Imelda, die Regionaloberin, war unter den Toten. Infolge der schweren Verwundung starben weitere 7 Schwestern, Bischof Franz Wolf u. zwei Brüder. Die Toten wurden eilig in einem Massengrab bei Wewak beerdigt. Die Japaner verschleppten die überlebenden Missionare in ein Urwaldkamp in der Nähe von Hollandia (heute Port Numbay) in Niederländisch-Neuguinea (heute West-Papua, Indonesien), wo weitere Missionare an Entbehrung starben, bevor die Überlebenden am 23. April 1944 von amerikanischen Truppen befreit wurden. Im vierunddreißigsten Jahr ihres Einsatzes als Missionsschwester in Neuguinea, dem heutigen Papua Neuguinea, wurde Schwester Imelda M. am 6. Febr. 1944 in die ewige Heimat bei Gott gerufen.

Brief: I.M., Missionsgrüße. Ostneuguinea. Missionsgrüße. 1924; 3: 15.

Lit.: Perboyre Neuss, Die Steyler Missionsschwestern »Dienerinnen des Heiligen Geistes«, Herz-Jesu-Kloster Steyl, Kaldenkirchen, Rhld. 1914, 177-201; — Bruno Hagspiel: Along the Mission Trail. III. In New Guinea, Mission Press S.V.D, Techny, Illinois 1926; — Anton Freitag: Glaubenssaat in Blut u. Tränen. Die Missionen der Gesellschaft des Göttlichen Wortes in Asien, Afrika, Ozeanien u. Amerika am Vorabend des Zweiten Weltkrieges, ihre Leiden u. Schicksale in u. nach dem Kriege, dem neuen Missionsfrühling entgegen. Steyler Missionsbuchhandlung: Kaldenkirchen 1948; — Assumpta Volpert, Ein Rebenhang im Wahren Weinberg. Geschichte der Missionsgenossenschaft des Heiligen Geistes 1889-1951, Herz-Jesu-Kloster, Steyl 1951, 324-347; — Sixta Kasbauer: Die aus großer Drangsal kommen. Ein Buch von Menschenwegen u. Gotteswegen aus den Kriegsjahren der Steyler Neuguinea-Mission, Missionsdruckerei Steyl 1951; — Salesia Soete SSpS: Geschichte der Missionsgenossenschaft der Dienerinnen des Heiligen Geistes. Dissertation an der Phil. Fak. der Univer. Wien, Wien 1953, 186-194; — Mission Congregation Servants of the Holy Spirit, Deceased Members. 8 December 1889 to 1 November 1988, Rome 1988, p. 73, 206, 281; — John Garrett: Footsteps in the Sea. Christianity in Oceania to World War II, Institute of Pacific Studies – University of the South Pacific in association with World Council of Churches: Suva and Geneva, 1992; — Schwester Imelda (Magdalena) Müller SSpS, in: Paul Steffen: Missionsbeginn in Neuguinea. Die Anfänge der Rheinischen, Neuendettelsauer u. Steyler Missionsarbeit in Neuguinea, Studia Instituti Missiologici S.V.D. – 61, Steyler Verl., Nettetal 1995, 297-298; — Theo Aerts, (ed), The martyrs of Papua New Guinea: 333 missionary lives lost during World War II, University of Papua New Guinea Press, Port Moresby, 1994, 39; — Divine Word Missionaries – Holy Spirit Sisters: Sent by the Word. 100 years of service by Divine Word Missionaries (1896-1996) and Sisters Servants of the Holy Spirit (1899-1999) on Mainland New Guinea, Production team: Geoff Brumm, Diosnel Centrurion, Frank Mihalic, Francesco Sarego and Paul Steffen, Mt. Hagen – Madang 1995; — Frank Mihalik, Readings in PNG Mission History. A chronicle of SVD and SSpS mission involvement on mainland New Guinea between 1946 and 1996, Divine Word University Press, Madang, PNG 1999; — Hans-Christoph Nahrgang, Von Lanzingen nach Neuguinea. Das Leben der Schwester Imelda Müller, Heimat-Jahrbuch der Gemeinde Biebergemünd 1996, 14-17; — Domenique Coles – Frank Mihalic: Sent by the Spirit Missionary Sisters, Servants of the Holy Spirit 1899-1999 Papua New Guinea, Madang 1999; — Paul B. Steffen, Die kath. Missionen in Deutsch-Neuguinea, in: H. J. Hiery (ed.), Die deutsche Südsee. Ein Handbuch, 2. verbesserte Aufl., Schöningh: Paderborn, 2002, 343-383; — Paul B. Steffen, Steyler Missionare u. Missionsschwestern (Ges. des Göttlichen Wortes/Dienerinnen des Heiligen Geistes) in Papua-Neuguinea (1941-1945), in: H. Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Bd. II, 5., erweiterte Aufl., Paderborn 2010, 1135-1142; — Müller, Imelda SSpS: in: H. Mückler: Mission in Ozeanien, (Kulturgeschichte Ozeaniens Band 2), Facultas Verlags- u. Buchhandels AG : Wien 2010, 218; — Katharina Stornig: Sisters Crossing Boundaries. German Missionary Nuns in Colonial Togo and New Guinea, 1897–1960, Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Band 232, Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 2013; — Schwester Imelda (Magdalena) Müller SSpS, in: XII. 22. Blut- u. Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die im Bistum Fulda geboren wurden ( S. 225), Direktorium der Diözese Fulda 2011 – Bistum Fulda, S. 227. S. www.bistum-fulda.de/bistum_fulda/bistum/.../Direktorium_2011.pdf (9.10. 2013); — H.-C. Nahrgang, Neuguinea - Kein Schla­raf­­fenland, in: Gelnhäuser Heimat-Jahrbuch 2013, Hrsg. vom Kreisausschuss des Kreises Main-Kinzig, Gelnhausen, 100-107; — Neuguinea - Kein Schlaraffenland, in: http://www.myheimat.de/biebergemuend/kultur/neuguinea-kein-schlaraffenland-teil-1-d224078.html und http://www.myheimat.de/kirchhain/kultur/neuguinea-kein-schlaraffenland-teil-2-d225705.html (9.01.2014); — verschiedene Briefe von Imelda M. befinden sich im Generalatsarchiv der Steyler Missionsschwestern in Rom.

Paul P. Steffen