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Band XXXI (2010) Spalten 871-872 Autor: Andreas Heyer

MENOUX, Joseph de, Geistlicher, Schriftsteller, geboren am 14.8. 1695 in Besancon, gest. am 6.2. 1766 in Nancy.. Aus einer adligen jesuitischen Familie stammend, absolvierte Menoux seine Schulbildung an verschiedenen Institutionen bei den Jesuiten. Seit 1711 war er Mitglied der "Société de Jésus". In der Folge arbeitete er für die Gesellschaft als Geistlicher und Professor an einem Collége in Lorraine (Lothringen). 1740 erschien sein erstes Werk ("Heures du Chrétien, à l'usage des missions"), weitere folgten. Gleichzeitig begann Menoux' Wirken im Hofstaat des polnischen Königs Stanislaw I. Leszczynski, der sich ja vorwiegend in Paris aufhielt. Menoux war dort nicht nur als Geistlicher tätig, sondern arbeitete auch schriftstellerisch-philosophisch mit dem König zusammen. Beide verfaßten die Kritik des Königs ("Réponse au discours qui a remporté le prix de l`Académie de Dijon, 1751") an Jean-Jacques Rousseaus "Discours qui a remporté le prix de l'Académie de Dijon: Sur cette question: Si le rétablissement des sciences et des arts a contribué à épurer les moeurs" (der so genannte "1. Discours"), wobei der Anteil Menoux an der Schrift so groß war, daß die Zeitgenossen das Werk teilweise ihm zuschrieben, wie sich etwa noch für den russischen Aufklärer Nikolai Karamsin nachweisen läßt. Im achten Buch der "Confessions" hat sich Rousseau rückblickend zu der Kritik geäußert und ebenfalls Menoux als Hauptautor benannt. Voltaire hat Menoux "als "falschen Bruder" betitelt, was in Ansätzen die Ambivalenz seiner Persönlichkeit widerspiegelt. Einerseits stand er der gemäßigten französischen Aufklärung durchaus offen gegenüber, andererseits versicherte er sich bei allem, was er tat und schrieb, immer der Rückendeckung seiner Vorgesetzten im geistlichen Bereich. Dies hat zum Beispiel auch Élie-Catherine Fréron in seiner Zeitschrift "Année litteraire" mehrfach kritisiert (1753 und 1758). Über sein Wirken als königlicher Zensor (diesen Titel führte er teilweise auf seinen Büchern) ist nichts überliefert. Im 18. Jahrhundert durchaus bekannt war auch das Engagement Menoux' zur Verteidigung der jesuitischen Glaubensrichtung (u. a. "Apologie générale de l'institute et de la doctrine des Jesuites"). Außerdem war Menoux eines der Gründungsmitglieder der "Académie de Nancy", in der er wirkte und in deren Akten ("Recueil de Académie de Nancy") er auch publizierte, vor allem geistliche Chansons. Daneben war er auch Mitglied der "Académie de Rome" und der "Académie de La Rochelle".

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Werke: Heures du Chrétien, à l'usage des missions, Nancy, 1740; Réponse au discours de Rousseau, qui a remporté le prix de l'Académie de Dijon: Sur cette question: Si le rétablissement des sciences et des arts a contribué à épurer les moeurs. Par le roi Stanislas Leczinski (=Stanislaw I. Leszczynski, König von Polen), Joseph de Menoux, Paris (d. i. Genève), 1751; Discours prononcé le 20. octobre 1753. A la séance publique de la Société royale et littéraire de Nancy. Par le R. P. de Menoux, de la Compagnie de Jesus, o. J. (1753 oder 1754); Notions philosophiques des vérités fondamentales de la religion, Paris, 1757; Coup d'oeil sur l'arrest du Parlement de Paris du six aoust 1761, concernant l'Institut des Jésuites imprimé à Prague en 1757, par Henri Griffet et Joseph de Menoux, Avignon, o. J. (1761?); Apologie générale de l'institute et de la doctrine des Jesuites, o. O., o. J. Übersetzung: Schutzschrift für das Institut der Jesuiten, von Joseph Antoine Joachim Cerutti unter Mitarbeit von Joseph de Menoux und Henri Griffet, Cölln am Rhein, 1765.

Lit.: Durival, Nicolas Luton: Description de la Lorraine et du Barrois, 4 Bde., Bd. 1Nancy, 1779, 236; - Nouvelle Biographie Générale, les temps les plus reculés, sur la direction de M. Le D. Hoefer, 46 Bde., Paris, 1852-1877, Bd. 34, 1003f.; - Heyer, Andreas: Die französische Aufklärung um 1750. Band 2: Bio-Bibliographisches Handbuch, Berlin, 2005, 220.

Andreas Heyer

Letzte Änderung: 09.04.2011