PERIZONIUS (Vorbrock), Johannes, * um 1568 in Schüttorf, † Juli 1631 in Rheda. - Johannes Perizonius wurde um das 1568 als Sohn des Gräflichen Rentmeisters Gerhard Vorbrock in Schüttorf geboren. Er studierte ab 1586 an der Hohen Schule in Herborn und war vor 1590 Stiftsprediger im Stift Cappel in der Nähe der zur Grafschaft Lippe gehörenden Stadt Lippstadt. Um 1590 wurde er im westfälischen Rheda Schloßkaplan und erhielt 1598 dort die erste Pfarrstelle, die er bis zum Jahre 1624 inne hatte. Als nach den Beschlüssen der Dordrechter Synode die Arminianer in den Niederlanden und auch in Deutschland aus ihren Ämtern entfernt wurden, gab es Stimmen, die ihm wohl zu Unrecht vorwarfen, ein Arminianer zu sein. Da er keine Möglichkeit sah, sich zu rechtfertigen und diesen Vorwürfen entgegenzutreten, verzichtete er 1624 auf sein Amt. Er lebte jedoch weiter als Privatmann in Rheda und verstarb dort im Juli 1631. Für sein Ansehen spricht, daß er ohne Schwierigkeiten am 7. Juli 1631 auf dem reformierten Friedhof beigesetzt worden konnte.
Lit.: August Dreves, Geschichte d. Kirchen, Pfarren, geistlichen Stiftungen u. Geistlichen d. lippischen Landes, 1881; - Die Matrikel der Hohen Schule und des Paedagogiums zu Herborn, hrsg. v. Gottfried Zedler und Hans Sommer, Wiesbaden 1908, 8, Nr. 100; - Wilhelm Butterweck, Geschichte d. lippischen Landeskirche, Schötmar 1926; - Franz Flaskamp, Die Rhedaer Pfarrerfamilie Vorbrock-Periozonius. Zur Geschichte des frühwestfälischen Calvinismus, in: Jahrb. d. Vereins f. Westfälische KG 57/58, 1964/65, 81-99; - Friedrich Wilhelm Bauks, D. ev. Pfarrer in Westfalen v. d. Reformationszeit bis 1945, Bielefeld 1980, 379 Nr. 4701.
Erich Wenneker
Letzte Änderung: 15.11.2011