QOHÄLÄT. Q. ist ein Weisheitslehrer, der sich zur Zeit des frühen Hellenismus
in dem nach ihm benannten Buch kritisch mit den Weisheitstraditionen
auseinandersetzt. Der Name Q. gibt Rätsel auf: Die Form Q. ist das
feminine Partizip des Verbes # (ni. - sich versammeln; hi. - versammeln)
im Qal, in dem dieses Verb sonst jedoch nicht belegt ist. U.U. handelt
es sich bei Q. um die Berufsbezeichnung des Versammlers oder Versammlungsleiters,
die zum Eigennamen wurde. M. Buber gibt Q. mit `Sammler' wieder. Die
LXX übersetzt Q. mit 'Ekklhsiast/V, was in der Vulgata übernommen wurde (Ecclesiastes).
Das Buch gehört zu den 5 Megillot und wird am Laubhüttenfest verlesen.
Aufgrund seiner skeptischen, teilweise pessimistisch anmutenden Einstellung
ist es eines der umstrittensten Bücher des AT. Seine Aufnahme in den
Kanon verdankt es seiner Zurückführung auf König Salomo, die in der
Königsfiktion in den ersten beiden Kapiteln begründet ist. Das Buch
ist zwar sehr viel einheitlicher als etwa das Buch der Sprüche, aber
kein Traktat zu einem Thema, sondern eine Zusammenstellung von Sentenzen,
bei der sich allerdings größere zusammenhängende Einheiten erkennen
lassen. Es ist mit einer Überschrift versehen (11) und um zwei
Epiloge (129-11 und 1212-14) erweitert. Q. ist wahrscheinlich
im 3. Jh.v.Chr. entstanden. Es setzt den abgeschlossenen Pentateuch
voraus. Der Makkabäeraufstand hat in Q. keinen Niederschlag gefunden,
und als terminus ante quem ist die Entstehungszeit von Sirach anzusehen,
da dieser Q. voraussetzt. Q. bietet ein spätes Hebräisch, das dem
der Mischna bereits sehr ähnlich ist und viele Aramaismen und zwei
persische Lehnwörter (25 und 811) aufweist. Auch wenn
der Entstehungsort nicht mit letzter Sicherheit zu benennen ist, so
spricht doch viel dafür, daß Q. in Palästina, wahrscheinlich in Jerusalem,
entstanden ist. Q. ist von hellenistischem Gedankengut beeinflußt.
Zu seinen wichtigsten Aussagen gehört, daß der Mensch sich die Welt
letztlich nicht ganz erschließen kann, und daß seinem Streben nach
Gewinn durch den Tod eine unüberwindliche Grenze gesetzt ist.
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