Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band VII (1994)Spalten 1124-1125 Autor: Ekkart Sauser

QUIRIACUS, Priestermönch in Trier, vor dem 7. Jh. geboren und gestorben. Fest 6.3. - Der Überlieferung nach kam der hl. Quiriacus wie die Trierer Bischöfe Maximinus und Paulinus aus Aquitanien (Südfrankreich) nach Trier. Eine immer wieder geäußerte Vermutung besagt, daß dies in der ersten Hälfte des 4. Jh. geschah. Nur ganz wenig ist uns von seinem Leben berichtet - und dennoch war er hochverehrt, sodaß bis zum Ende des 18. Jh. sein Grab in Taben das Ziel einer jährlichen Pflichtwallfahrt von fast 30 Pfarreien aus dem Raum zwischen Saar und Mosel gewesen ist. Zwei Begebenheiten werden von diesem Priestermönch aus der Abtei St. Maximin in Trier berichtet. Da wird erzählt von seiner Aufgabe, aus den Opfergaben der Gläubigen, die aus Brot und Wein bestanden, diejenigen auszusuchen, die für das hl. Opfer am geeignetsten erschienen. Diese hatte Qu. dann dem Bischof bei der Feier der Eucharistie darzureichen. Sodann hatte er die fromme Gewohnheit - wie übrigens Bischof Anno II. von Köln auch - in der Nacht die Gräber der Heiligen in Trier zu besuchen und dann dort zu beten. Nach seinem Tod wurde er in der Kirche des hl. Johannes Ev. zu St. Maximin bestattet. Sogleich setzte ein unglaublicher Strom von Pilgern an sein Grab in St. Maximin ein. Menschen, mit verschiedenen Krankheiten behaftet, fanden sich hier ein, so daß die Türen der Kirche Tag und Nacht geöffnet bleiben mußten. Besonders kranke Kinder wurden auf den Händen ihrer Mütter nach St. Maximin getragen. Wegen des Lärms, den die vielen Pilger verursachten, entstand im Kloster von Maximin unter den Mönchen der Wunsch, die Gebeine Qu. nach außerhalb zu bringen. Dies geschah am 20. September 769. Seine Reliquien kamen nach Taben. Bei einer Umbettung seiner Gebeine am 20. Juni 1890 entdeckte man am Boden des Holzsarkophages die Dalmatika des Qu. aus weißem Seidendamast. Während des 2. Weltkrieges kamen seine Reliquien nach Rascheid bei Hermeskeil. Nach dem 2. Weltkrieg kamen sie wieder nach Taben zurück, wo noch heute seine Verehrung blüht.

Lit.: E. Sauser, Heilige und Selige im Bistum Trier, Trier 1987, S. 120-121; - J. Torsy, Der Große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 199215, S. 84.

Ekkart Sauser

Textanmerkung:

Hier finden Sie Informationen über die jährliche Prozession St. Quiriakus in Taben-Rodt

Letzte Änderung: 07.04.2005