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Verlag Traugott Bautz
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QUIRINUS von Siscia, Heiliger, † 4.6. 308 oder 309 in Sabaria (Szombathely [Steinamanger], Ungarn). - Q., Bischof des heutigen Sisak [Sissek, Kroatien] an der Save und einer späteren Tradition zufolge wie auch Quirinus von Tegernsee (s.d.) als Sohn des Kaisers Philippus Arabs (s.d.) genannt, wird in den Nachbeben der diokletianischen Christenverfolgungen unter Galenus (s.d.) inhaftiert und nach verweigertem Kaiserkult in Pannonien gefoltert und schließlich mit einem Mühlstein am Hals in der Sibaris (Güns) bei der Porta Soarabatensis (Sopron [Ödenburg]?) ertränkt; der geborgene Leichnam wird in der Basilika von Sabaria beigesetzt. Während der Völkerwanderung gelangen im 5. oder 6. Jahrhundert Q.s Gebeine nach Rom, wo sie in dem Mausoleum Platonia an der Via Appia bei San Sebastiano aufbewahrt werden. - Q., im Bischofsornat mit umgebundenem Mühlstein dargestellt, wird am 4. Juni geehrt. - Möglicherweise geht auf das Gedächtnis Q.' die Q.-Verehrung im Köln-Düsseldorfer Raum des späten 10. Jahrhunderts vor der Translation der Gebeine Quirinus' von Neuss (s.d.) zurück.
Quellen: AS Iun. I (1867), 372-375.
Lit.: Anton de Waal, Die Apostelgruft ad Catacumbas, Rom 1894; - Hugo Koch, Cyprianische Unterss. (AKG 4), Bonn 1926; - Ders., Das dritte Buch der Cyprianischen Testimonia in seinem zeitl. Verhältnis z. ersten u. zweiten: ZKG NF 8 [45] (1926), 1-9; - R. Noll, Frühes Christentum in Östr., Wien 1954, 36.116; - BHL II, 7035-7039; - EC X, 432 f.; - LThK VIII, 948; - Torsy 160; - Otto Wimmer/Hartmann Melzer, Lexikon der Namen u. Heiligen, Innsbruck/Wien/München 1982, 693.
Klaus-Gunther Wesseling
Literaturergänzung:
1983
Johann Weissensteiner, Tegernsee, die Bayern und Österreich. Studien zu Tegernseer Geschichtsquellen und der bayerischen Stammessage. Mit einer Edition der Passio secunda s. Quirini = Archiv für Österreichische Geschichte Bd. 133, Wien 1983.
Letzte Änderung: 09.07.2009