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Verlag Traugott Bautz
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WILDE, Oscar Fingal O'Flahertie Wills, anglo-irischer Schriftsteller, * 16. Oktober 1854 als zweiter Sohn von Sir William Robert Wills Wilde und dessen Gattin Jane Francesca, geb. Elgee, in der Westland Row 21 in Dublin, † 30. November 1900 nach einer Operation in Paris im Hotel d'Alsace. - Über Wildes Jugend und Schulzeit ist relativ wenig bekannt. In den Jahren 1864-71 besuchte er die Portora Royal School in Enniskillen und danach 1871-74 das Trinity College in Dublin. W. hatte ein außerordentliches Gedächtnis für das, was ihn besonders interessierte, wie etwa die klassischen Sprachen. Die Jahre 1870 und 1871 an der Portora School waren für W. überaus triumphal. 1870 gewann er für seine Leistungen in griechischer Bibellektüre den Carpenter-Preis. 1871 erhielt er ein Royal-School-Stipendium für das Trinity College in Dublin. Sein Name wurde, der Tradition entsprechend, in Goldbuchstaben auf Portoras schwarze Gedenktafel geprägt. Bezeichnend für die zwiespältige Haltung, mit der man der Persönlichkeit W's von Anfang an begegnete, ist die Tatsache, daß 1895, im Jahr seiner Verhaftung, der Eintrag auf der Gedenktafel übermalt wurde, und der Direktor der Schule eigenhändig die Initialen »O.W.« entfernte, die W. dereinst am Fenster eines Klassenzimmers eingeritzt hatte. Heute allerdings ist sein Name wieder in goldenen Lettern zu lesen. W's Tutor am Trinity College war der Reverend Sir John Pentland Mahaffy, Professor für Alte Geschichte und ein bedeutender Gräzist. Durch sein Fachwissen und seine Persönlichkeit zog er W. in seinen Bann. Als sein Tutor bestärkte er in ihm die Liebe zur Antike. W. nannte ihn in einem wahrscheinlich 1893 verfaßten Brief »meinen ersten und besten Lehrer« und »den Gelehrten, der mir die Liebe zu allem Griechischen beibrachte«. Beide verband diegleiche Gesinnung, denn die in Mahaffy sich manifestierenden Eigenschaften, wie seine kunstfertige Konversation, seine Affinität zur Adelsgesellschaft und überhaupt seine Attitüde als Snob fanden in W. einen Schüler, der ohnehin in diese Richtung neigte und diese Pose im Laufe seines Lebens noch zu vervollkommnen suchte. Zwischen Mahaffy und W. entwickelte sich über das Lehrer-Schüler-Verhältnis hinaus eine Freundschaft. W. folgte Mahaffy noch von Oxford aus auf Reisen zuerst nach Italien und später nach Griechenland. Mit Auszeichnungen verließ W. das Trinity College in Dublin. Im Oktober 1874 begann W. mit einem Stipendium sein Studium an der Universität Oxford. Wie in Dublin sein Lehrer Mahaffy, der W's Interesse an klassischer Kultur und an einem kultivierten Lebensstil weckte, so kristallisierten sich auch in Oxford vor allem zwei Hauptpersonen heraus, deren Bekanntschaft W., wie er selbst bekundet, am meisten suchte: John Ruskin und Walter Horatio Pater. Ruskin galt als einer der führenden zeitgenössischen Kunstkritiker. 1869 bekleidete er als erster die renommierte Position eines 'Slade' Professor für Schöne Künste an der Universität Oxford. Pater, ehemals Ruskins Schüler, habe, wie W. später in De Profundis schrieb, mit seinen 1873 veröffentlichten Studies in the History of the Renaissance einen eigenartigen Einfluß auf sein Leben ausgeübt. W. erkannte, daß in den Lebenswerken beider sich zwei sehr unterschiedliche Lehren manifestierten. Beide Männer galten als Exponenten jener Strömung, die unter dem Begriff Ästhetizismus bekannt und mitunter bespöttelt wurde. Für die Schönheit begeisterten sich beide, Ruskin wie Pater; lag für Ruskin die Aufgabe des Künstlers - in Anlehnung an die Kunstrichtung der Präraffaeliten - darin, das Schöne, das Reine und das Gute zu suchen und zu formen, so vertrat Pater die Ansicht, daß alle Dinge, so auch die Schönheit in stetem Fluß seien, und hob damit die Bedeutung des Augenblicks, des einzelnen Eindrucks hervor. Pater stand dem französischen Ästhetizismus nahe, wie er in den Gedichten Algernon Swinburnes (1866) zum Ausdruck kam. Diese Ideen nahm W. auf, weil sie seinem Wesen und seinem künstlerischen Temperament entsprachen. Doch keiner der beiden Männer bot ihm einen Weg an, dem er unbeirrt hätte folgen können. Er wuchs, seine eigene Persönlichkeit allmählich entfaltend, über beide Lehrmeister hinaus. Die seit der Mitte des Jahrhunderts für das viktorianische England typische Anziehungskraft der katholischen Kirche zog auch W. in ihren Bann. Die Kirche als Institution faszinierte ihn. Sein Aufenthalt im Sommer 1875 in Italien stand ganz im Zeichen dieser ästhetischen Faszination. Jedoch war er nicht fähig, sich selbst aufzugeben und den Schritt zur Konversion zu wagen. »...nach Rom überzutreten, bedeutet, meine zwei großen Götter »Geld und Ehrgeiz zu opfern ...« Sein Eintritt in eine Freimaurerloge am 27. November 1876 und seine Reise nach Griechenland gemeinsam mit seinem früheren Tutor Mahaffy noch vor seinem Rom-Besuch und überhaupt seine Begeisterung für den Hellenismus zeugen von seiner tiefen Sehnsucht nach innerem Frieden und Ruhe - jenseits aller ästhetischen Affekte. Ein anderer gegen Ende der Oxforder Zeit immer deutlicher zu Tage tretender Wesenszug war seine berechnende Geschäftstüchtigkeit, nicht zuletzt aus existentieller Notwendigkeit heraus, da er mit dem Erbe seines 1876 verstorbenen Vaters seinen Lebensunterhalt auf Dauer nicht hätte bestreiten können. Er scheint also schon in dieser Zeit den Entschluß gefaßt zu haben, als Dichter und Kunstkritiker sich Ruhm und Geld zu verschaffen, da er nicht »irgendwelche schreckliche Arbeit« tun wollte, »um Brot zu verdienen«. Mit dem Gedicht Ravenna, in dem er u.a. persönliche Eindrücke seines vorjährigen Ravenna-Besuchs verarbeitete, gewann W. 1878 den Newdigate-Preis, wofür ihm vor allem seine Mutter überschwenglich Beifall zollte, indem sie ihren Sohn in einem Gratulationsbrief mit »Dem olympischen Sieger« anredete. Der unter Zukunftsängsten leidende W. selbst empfand ein Übermaß an Genugtuung für die ihm zuteil gewordene Auszeichnung. Ein weiterer Beweis seiner intellektuellen Fähigkeiten waren seine hervorragenden Examina (Bachelor of Arts), mit denen er sein Studium in Oxford abschließen sollte. In welche berufliche Richtung ihn seine Erfolge führen sollten, war allerdings noch keineswegs klar. W. bemühte sich vergeblich um eine Fellowship an der Universität. Auch die Aussichten auf eine Laufbahn als Dichter oder Kritiker waren zumindest aus finanzieller Sicht alles andere als vielversprechend. Blieb noch die von seiner Mutter immer wieder propagierte Möglichkeit, eine reiche Erbin zu heiraten. Florence Balcombe, die dritte von fünf Töchtern eines englischen Oberstleutnants, mit der W. die erste bedeutende, zwei Jahre währende Liebesaffäre erlebte, brachte auch nicht die geeigneten Voraussetzungen mit. Trotz dieses Mangels an Heirats- und Berufsaussichten schreibt W. im Rückblick (De Profundis) auf seine Oxforder Zeit, daß er die Universität mit dem Wunsch verlassen habe, das Leben voll auszukosten. Kurz nachdem W. den akademischen Grad des Bachelor of Arts erlangt hatte, zog er nach London um und versuchte dort, sein Einkommen zu sichern und sich einen Namen als Literat und Kunstkritiker zu machen. W. versuchte sich in der englischen Gesellschaft zu etablieren und entwickelte dabei ein zunehmend ambivalentes Verhältnis zu ihr, das ihm später zum Verhängnis werden sollte. Sie war ihm einerseits Gegenstand seiner Verehrung und andererseits Zielscheibe seines Spottes. Vorerst verstand W. es geschickt, ein dichtes Netz von Bekanntschaften in der »besseren« Gesellschaft zu knüpfen, u.a. zu Lillie Langtry, die als die schönste Frau ihrer Zeit galt und W. zu der überschwenglichen Metapher hinreissen ließ, sie sei aus Jersey entsprungen wie Venus aus dem Schaum. Er traf auch mit den berühmtesten Schauspielern seiner Zeit zusammen, wie etwa mit Ellen Terry, welcher er sein erstes Drama Vera; or, The Nihilists widmete. W's literarisches Schaffen stand ganz im Zeichen jenes Ästhetizismus, der in der gesellschaftlich umstrittenen Tradition der Fleshly School of Poetry stand, wie sie sich beispielsweise in A. Swinburnes 1866 erschienen Poems and Ballads manifestierte. W. entwickelte sich durch die spektakuläre Art seines Auftretens immer mehr zum führenden Exponenten dieses Ästhetizismus, wonach für den Künstler nicht die Bedeutung eines Werkes wesentlich sei, sondern seine eigene ästhetische Wirkung. Bisweilen pflegte W. eine Lilie oder Sonnenblume - Abzeichen der Ästheten - im Knopfloch zu tragen, oder, den Verdacht eines Poseurs noch verstärkend, die Ansicht zu äußern, daß eine Kleiderreform wichtiger sei als eine Glaubensreform. Der literarische Erfolg auch seiner im Juni 1881 in Buchform veröffentlichten Poems, die größtenteils eine Zusammenfassung seiner z.T. bereits in diversen Zeitschriften gedruckten Gedichte darstellte, blieb weitestgehend aus, ebenso der Erfolg seiner Bemühung, sich ein geregeltes Einkommen zu sichern, indem er sich beispielsweise vergeblich für eine Anstellung an der Schulbehörde in Oxford bewarb. Im Dezember 1881 fuhr W. zu einer einjährigen Vortragsreise durch die USA und Kanada. Diese Einladung verdankte W. eher seinem Ruf als Verkünder des Ästhetizismus, dessen Kult mittlerweile Anlaß zu einer Reihe von Karrikaturen und Satiren gab, denn seinem Ruhm als Dichter. Am 9. Januar 1882 hielt W. seinen ersten Vortrag in der Chickery Hall in New York. Der Vortrag - mit dem Thema The English Renaissance of Art - stimmte ein Loblied an auf die Schönheit und das der Kunst innewohnende einzige Gesetz, das »der Form oder Harmonie«. Die melodische Struktur seiner Rhetorik sollte dabei gewissermaßen als Vehikel für die Definition der Schönheit dienen. W. hatte sich mit seinem Vortrag eher als Persönlichkeit hervorgetan denn als Apostel einer bestimmten Lehre. Der Erfolg seines ersten Auftritts führte ihn auf einem abenteuerlichen Zickzackkurs in alle Teile der Vereinigten Staaten und nach Kanada. Begeistert schrieb er nach England: »Ich mache eine Art Triumphzug, lebe wie ein junger Sybarit, reise wie ein junger Gott ...« W. propagierte in seinen Vorträgen die Verbreitung des ästhetischen Geschmacks, wobei seine Theorie nicht nur die Kunst durchdrang, sondern alle Lebensbereiche. Der Begriff aesthetic wurde vor allem durch W. in Amerika heimisch. Es waren auch die Ideen von William Morris (1834-1896), die W. in Amerika verkündete. Inspiriert von den Lehren Ruskins und der in dessen Tradition stehenden Präraffaelitischen Bruderschaft versuchte Morris, mit dem Bau des berühmten Red House in Bexley Heath in der Grafschaft Kent (1859), einer Synthese von gotischer und zeitgenössischer Baukunst, diesen Ideen architektonisch Ausdruck zu verleihen, ein Baustil, der die englische Architektur bis heute maßgeblich beeinflußt hat. Morris Engagement auf den Gebieten der Innenarchitektur und des Kunsthandwerks führte ihn, Morris, unter dem Eindruck des alle Kunst erstickenden Kommerzialismus der modernen Gesellschaft schließlich zur Sozialkritik und zum Eintritt in die sozialdemokratische Föderation (1883). Natürlich nutzte W. seine Reise auch dazu, berühmte amerikanische Dichter, Schriftsteller und Schauspielerinnen aufzusuchen, letztere besonders in der Absicht, sie für die Aufführungen seiner Theaterstücke zu gewinnen, wie es u.a. die an Mary Anderson, eine erfolgreiche Schauspielerin, gerichteten Zeilen verraten. Ein Ergebnis dieser Bemühung war die Aufführung seines Theaterstücks Vera, anläßlich dessen Premiere W. noch einmal im Spätsommer 1883 zu einem kurzen Besuch nach New York zurückgekehrt war. Aus den erhaltenen Briefen W's über seine Amerika-Reise geht hervor, daß er den positiven Eindruck gewonnen habe, »den wachsenden Sinn für Kunst in diesem Lande in noch so geringem Maße beeinflußt zu haben.« Amerika blieb jedoch für ihn ein Land mit provinziellem Geschmack, er spottet bisweilen über die Amerikaner, ihren Kommerzialismus und ihr Streben nach europäischer Lebensart. In der Zeit nach seiner Rückkehr aus Amerika war W. mit seiner Standortbestimmung sowohl in gesellschaftlicher als auch finanzieller Hinsicht beschäftigt. Zunächst trug er sich noch mit hochfliegenden Reiseplänen nach Japan und Australien, schließlich realisierte er Anfang 1883 - seine finanzielle Situation berücksichtigend - einen dreimonatigen Besuch in Paris. Diesen Aufenthalt schilderte W. als eine Periode besonderer Leistungskraft. »...ich stecke zur Zeit tief in literarischer Arbeit und kann mich nicht aus meinen kleinen Räumen über der Seine bewegen, bis ich zwei Stücke beendet habe.« Die meiste Energie beanspruchte die Vollendung des Dramas The Duchess of Padua, für das er Mary Anderson in der Hauptrolle vorgesehen hatte, deren Ablehnung ihm wieder einmal die Schwierigkeit vor Augen führte, allein von seiner literarischen Arbeit zu leben, zumal er einem ziemlich extravaganten Lebensstil frönte, was an seiner Kleidung und Frisur besonders evident wurde - auffälliger, pelzgefütterter Mantel, eine der Büste Neros im Louvre nachgebildete Frisur und ein Spazierstock aus Elfenbein mit einem Knopf aus Türkis, eine Nachahmung von Balzacs Stock. Um seine Kasse wieder etwas aufzubessern, startete er im September 1883 eine Vortragsreise in die englischen Provinzen, mit etwa 150 Vorträgen über die gleichen Themen und mit der gleichen Mission wie in Amerika, nämlich »die Provinzen mit meinen bemerkenswerten Vorträgen zu zivilisieren.« Die Zwiespältigkeit in W's Wesen zeigte sich in besonders rätselhafter Weise in seinem Verhältnis zu Frauen und seinen homophilen Neigungen. Der Presseklatsch diffamierte ihn mitunter als Mary Ann oder als au sexe douteux. Eine Ehefrau würde ihm die Moralapostel und als eine gute Partie auch die Geldverleiher vom Leibe halten. Heiratspläne lagen also in der Luft. Im November 1883 verlobte sich W. mit Constance Mary Lloyd, die aus einer angesehenen Juristenfamilie stammte. Beide schienen von Anfang an überaus glücklick, »wir sind natürlich hoffnungslos verliebt«, schrieb W. an einen Freund. Ihre Hochzeit - in höchst-ästhetischer Manier, fand am 29. Mai 1884 in der St. James' Church statt. »Kaum einem Hochzeitspaar hat man jemals so gute Wünsche mit auf den Weg gegeben«, schrieb die sonst so brüske New York Times. Die Hochzeitsreise ging nach Paris. Schon bald nach ihrer Vermählung brachen für Constance, die den schwindel- erregenden Ansprüchen ihres Gatten kaum gewachsen war, schwierige Zeiten an. »Das Beste ist gerade gut genug« lautete seine Devise und er pflegte hinzuzufügen »Nur wenn man seine Rechnungen nicht begleicht, darf man hoffen, im Gedächtnis der Kaufmannsklasse fortzuleben«. Wieder zurück von der Hochzeitsreise zog das Paar im Januar 1885 in das neu eingerichtete Haus in der Tite Street 16 ein. Ein halbes Jahr später, am 5. Juni 1885, wurde ihr erster Sohn Cyril geboren, der zweite Sohn Vyvyan siebzehn Monate später, am 5. November 1886. W's Begeisterung als Ehemann ließ allmählich nach, wohingegen er sich in der Rolle des Vaters gefiel, da seine Söhne ihm viel Freude bereiteten. Daß er sich gerne wieder in Oxford aufhielt und dort die Gesellschaft junger Männer suchte, verrät seine zunehmende Ehemüdigkeit. W. stand der Homosexualität seit jeher ganz unbefangen gegenüber, nur war es ihm sehr wohl bewußt, wie gefährlich ihre Ausübung war. 1886 lernte er in Oxford Robert Ross - von ephebischer Statur - kennen, der zuerst als Liebhaber, dann als Freund einen festen Platz in W's Leben behielt. Eine bedeutendere Rolle sollte jedoch der 20-jährige Lord Alfred Bruce Douglas spielen, den W. vermutlich im Juni 1891 kennenlernte. Als Sohn des Marquess of Queensberry war er von adliger Herkunft. Er studierte am Magdalen College in Oxford, an dem auch W. sich aufhielt. Die erste Begegnung zwischen beiden kam durch die Vermittlung Lionell Johnsons zustande, der ein lateinisches Lobgedicht auf W. und sein im April 1891 in Buchform erschienenes Werk The Picture of Dorian Gray verfaßte. Douglas soll nach eigener Behauptung dieses Buch - leidenschaftlich darin versunken - »vierzehnmal hintereinander« gelesen haben. Das Buch war vor ihrer Begegnung erschienen, und es scheint, als habe W. sein eigenes emotionales Verhältnis zu Douglas darin vorausgeahnt. An Lord Alfred Douglas faszinierten W. Schönheit, Jugend und Adel. Die wenigen noch erhaltenen Briefe W's an Douglas zeichnen sich durch eine große, geradezu ekstatische Leidenschaftlichkeit aus. Einer dieser Briefe wurde bei der späteren Gerichtsverhandlung sogar als Beweismaterial gegen ihn verwendet. Das Jahr 1891, in dem ihre Freundschaft begann, zählt auch zu einer der fruchtbarsten und erfolgreichsten Schaffensperioden in W's Leben. The Duchess of Padua wird in New York unter dem Titel Guido Ferranti uraufgeführt. W. veröffentlicht seine Essay-Sammlung Intentions. In der Zeitschrift 'Fortnigthly Review' erscheint The Soul of Man Under Socialism, in Buchform The Picture of Dorian Gray, dazu Lord Arthur Savile's Crime and Other Stories und A House of Pomegranates. In diesem Jahr schrieb W. die beiden Dramen Lady Winderemere's Fan und Salome. Weitere drei Dramen folgten in den nächsten vier Jahren bis zu seiner Verhaftung, A Woman of No Importance, An Ideal Husband und als brillantestes The Importance of Being Earnest. W's zweimonatiger Aufenthalt in Paris - November/Dezember 1891 - fand ein entsprechend begeistertes Echo in der französischen Presse: L'Echo de Paris verkündete, daß W. jetzt le 'great event' des salons littéraires parisiennes sei. Eine der wichtigsten Freundschaften, die W. in Paris schloß, war die zu André Gide, einem jungen Mann, dessen Bewunderung W. nicht zuletzt durch seine Geschichten und Gleichnisse gewann. Vor allem vermittelte W. Gide und seinesgleichen eine Theorie zur Überbrückung der Kluft zwischen Kunst und Leben, nach welcher der Künstler Erfahrungsmodelle liefert, die von der Allgemeinheit adaptiert und erprobt werden. Das Leben Christi war für W. sinnigerweise die höchste Ausdrucksform eines solchen Künstlerlebens. »Sein ganzes Leben ist das herrlichste Gedicht«, so W's Auffassung, »Er ist geradezu selbst ein Kunstwerk«. Kunst ist W. zufolge »die ausgeprägteste Form des Individualismus, die die Welt jemals gesehen hat«, demnach: je besser der Künstler, desto vollkommener dessen Imitation Christi - die künstlerische Existenz verstanden als ein Leitfaden zur Lebensführung, in welcher die ästhetische Welt von der Lebenspraxis nicht getrennt ist, sondern vielmehr in ihr aufgeht. In W's dialektischer, einen neuen Hellenismus zum Ausdruck bringenden Kunsttheorie gelingt es, das Heilige zu verweltlichen und das Weltliche zu heiligen, die Seele zu verleiblichen und die Lust zu vergeistigen. W. kehrte Ende Dezember 1891 sehr zufrieden mit sich und seiner Arbeit - Salome war fast abgeschlossen - aus Paris nach London zurück. Aus der Absicht, dieses Stück noch in Paris aufzuführen, wurde zunächst nichts. W. schrieb nach 1891 bis zu seiner Verhaftung vor allem Dramen. Vergleicht man The Picture of Dorian Gray - die letzte große Erzählung W's - mit seinen späteren Dramen, so zeigt sich, daß sich eine für W. bezeichnende Spaltung vollzogen hat. Zwei in The Picture of Dorian Gray inhaltlich und formal noch vermischte Elemente werden jetzt in zwei verschiedenen Dramen entfaltet, die Versuchung durch das Böse in Salome und die Verhöhnung der obersten Gesellschaftskreise in The Importance of Being Earnest. Zwei Wesenszüge ihres Schöpfers kommen in den beiden Dramen zum Ausdruck und charakterisieren sein Doppelleben in jener Zeit. Auch die Umgebung, für die er sie verfaßt hatte, ist bezeichnend: The Importance of Being Earnest in England, in dem Badeort Worthing (August/September 1894) und Salome in französischer Sprache in Paris (November/Dezember 1891). Im Juni 1892 begannen in London die Proben zu Salome mit der berühmten Sarah Bernhardt in der Hauptrolle. Doch E.F.S. Pigott, der Theaterzensor Englands, setzte das Stück auf den Index und verbot so die geplante Aufführung, da für den Puritaner Pigott die Darstellung biblischer Gestalten auf der Bühne - einem überkommenen Gesetz zufolge - sittenwidrig war. Ungeachtet dieses Verbotes setzte W. seinen Plan in die Tat um, dieses Stück zu publizieren. Das Drama wurde im Februar 1893 gleichzeitig in Paris und London auf französisch veröffentlicht. Im Februar 1894 erscheint Salome auf englisch, mit Illustrationen von Aubrey Beardsley. Erst zwei Jahre später wurde Salome dann schließlich in Paris uraufgeführt. W. stand zu dieser Zeit auf der Höhe seines Ruhms. Dennoch hatte das Fiasko der Salome mit der Zensur W. einen solchen Schlag versetzt, daß er im Juli 1892 mit Alfred Douglas zu einer Erholungskur nach Bad Homburg fuhr. Mit großem Erfolg wurden die ersten beiden Komödien, Lady Winderemere's Fan und A Woman of No Importance, in den Jahren 1892 und 1893 aufgeführt. Anfang 1895 gelangten die Komödien An Ideal Husband und The Importance of Being Earnest zur Aufführung. Die Komödien spielen in jener höheren Gesellschaftsschicht, die W. verehrte und der er immer anzugehören bestrebt war, die er aber zugleich verspottete. Im Fokus vor allem der letzten der vier Komödien The Importance of Being Earnest, die im Untertitel »triviale Komödie für ernsthafte Leute« hieß, steht die Werteskala der viktorianischen Gesellschaft, für die intellektuelle und moralische Ernsthaftigkeit eine zentrale Maxime war. Die Wirkung seiner Komödien basiert hauptsächlich auf Überraschungseffekten, indem W. zumeist das Gegenteil von dem formuliert, was herkömmlicherweise von Sprache und Stilistik erwartet wird, wie z.B. in dem bekannten Bonmot über Lady Harbury, die ihren Mann verloren hat: »Ich habe noch keine Frau gesehen, die sich so verändert hat; sie sieht zwanzig Jahre jünger aus und wie ich höre, ist ihr Haar vor Kummer ganz blond geworden.« Im Jahre 1895 brach die Katastrophe wie eine Lawine über W's Leben herein. Anfang dieses Jahres waren noch die Premieren von An Ideal Husband und The Importance of Being Earnest. Anfang März dann trat W. diese Lawine los, die ihn selbst nur einen Monat später verschütten sollte. W. war schon seit längerem in den Streit zwischen Vater und Sohn, dem Marquess of Queensberry und Lord Alfred Douglas, einbezogen. Queensbeery hatte Kenntnis von einigen leidenschaftlichen Briefen W's an seinen Sohn, darunter die Hyazinth-Epistel und ein Brief mit den Worten: »Du bist das Göttliche, wonach es mich verlangt, das Anmutige und das Schöne.« Da diese Briefe allein für eine Klage wegen Päderastie nicht ausreichten, war Queensberry entschlossen, W. für seine angeblichen Schandtaten büßen zu lassen, indem er ihn in einer, in dessen Club hinterlassenen offenen Karte als »To Oscar Wilde posing Somdomite« (orthographisch nicht ganz korrekt) beleidigte. Fatalerweise reagierte W. darauf mit einer Verleumdungsklage gegen Lord Queensberry. Der Prozeß begann am 3. April und endete zwei Tage später mit Queensberrys Freispruch und W's Verhaftung. Nach zwei Strafprozessen schließlich wurde W. am 25. Mai zu zwei Jahren Freiheitsentzug mit Zwangsarbeit verurteilt. In diesen zwei harten und entwürdigenden Jahren im Gefängnis verlor er seine Familie und seinen gesamten Besitz. Die Öffentlichkeit nahm regen Anteil an dem Prozeß, wobei sie mehrheitlich Partei für den Vater ergriff, der seinen Sohn vor dem verderblichen Einfluß eines Freundes zu schützen trachtete. Deutlich zum Ausdruck brachte Richter Wills die Meinung der britischen Öffentlichkeit in seiner Urteilsbegründung, in der er u.a. hervorhob, daß er die vom Gesetz vorgesehene Strafe für den »widerwärtigsten Fall, den ich jemals verhandelt habe« für völlig unzureichend hielt. Die Intensität des Hasses, mit der die viktorianische Gesellschaft W. verdammte, zeigt sich beispielsweise darin, daß sich W. zwischen den beiden Prozessen wie ein Geächteter bei Freunden vor Nachstellungen und Verhöhnungen verstecken mußte, oder daß er noch ein halbes Jahr nach seiner Verurteilung, als er nach Reading überführt wurde, sich auf einem Londoner Bahnhof übelsten Beleidigungen ausgeliefert sah. W's Prozeß erscheint als Präzedenzfall, durch den auch zugleich die Dekadenz der Zeit verurteilt werden sollte, zumal W. in den Augen der Öffentlichkeit die Verkörperung eines sie schockierenden und verspottenden, arroganten Dandys darstellte, in absichtsvollem Gegensatz zu jenen philisterhaften Strömungen seiner Zeit, die sich auszeichneten durch »ihre schwerfällige Unzugänglichkeit für Ideen, ihre muffige Anständigkeit, ihre langweilige Rechts- gläubigkeit, ihre Ehrfurcht vor billigem Erfolg, ihre ausschließliche Sorge um die grob materialistische Seite des Lebens, ihre lächerliche Selbsteinschätzung und Überheblichkeit.« Der Gegensatz dieser beiden Wesensarten erklärt den Fanatismus, mit dem das vermeintlich hinter W. stehende Prinzip verfolgt wurde. Den gegen Ende seiner Gefängniszeit an Douglas geschriebenen Brief De Profundis bezeichnete W. als den wichtigsten Brief seines Lebens. Nicht sich selbst mit Vorwürfen schonend, entwickelte er darin demütig und einsichtig, aber auch gekünstelt und überheblich das Bild seiner Zukunft, einer Vita Nuova. »Was vor mir liegt, ist meine Vergangenheit. Ich muß mich dazu bringen, sie mit anderen Augen zu sehen, muß die Welt dazu bringen, sie mit anderen Augen zu sehen, muß Gott dazu bringen, sie mit anderen Augen zu sehen. Dies kann ich nicht dadurch erreichen, daß ich sie ignoriere oder verniedliche oder lobe oder verneine. Ich kann es nur dadurch tun, daß ich sie als unvermeidlichen Teil der Entwicklung meines Lebens und meines Charakters akzeptiere.« W. wurde am 19. Mai 1897 aus dem Gefängnis entlassen. Danach verließ er England endgültig und gelangte zunächst, von Freunden empfangen, nach Dieppe und von dort nach Berneval-sur-Mer, wo er die erste Zeit, die geprägt war von dem in De Profundis zum Ausdruck gekommenen Wunschbild von einem neuen Leben, zunächst in einem Hotel, später in einem kleinen Haus verbrachte. In De Profundis hatte W. noch aus Euripides zitiert: Das Meer wäscht die Flecken und Wunden der Welt hinweg. Weder Constance Wilde, die in der Zeit seiner Haft aus Italien nach Reading gekommen war, um ihm persönlich die Nachricht vom Tode seiner Mutter zu überbringen, noch seine Kinder, für die ihm die Vormundschaft entzogen worden war, sah W. je wieder - seine Frau starb am 7. April 1898 in Genua im Alter von 40 Jahren. Entgegen seinen Bekundungen und Vorsätzen in De Profundis gewann seine Natur wieder die Oberhand, indem er nach einem ersten Wiedersehen mit Douglas in Rouen diesem - trotz der Beschwörungen seiner Freunde - nach Neapel folgte. Als Erklärung schrieb er an Robert Ross: »Meine Rückkehr zu Bosie war psychologisch unvermeidlich.« Dennoch dauerte der Reiz des erneuten Zusammenseins nicht lange an. Sieht man von den Editionen seiner schon aufgeführten, aber jetzt erst zur Veröffentlichung gelangenden beiden Dramen An Ideal Husband und The Importance of Being Earnest ab, blieb W's einzige, sehr erfolgreiche literarische Leistung der letzten drei Jahre sein in Berneval begonnenes Gedicht The Ballad of Reading Goal (Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading). Aus Paris schrieb W. resigniert: »Ich glaube nicht, daß ich je wieder schreiben werde. In mir ist etwas getötet worden. Ich habe kein Verlangen zu schreiben. Ich spüre keine Kraft mehr. Natürlich hat mich das erste Jahr im Gefängnis an Körper und Seele zerstört.« An anderer Stelle formuliert W. auf der Höhe seines Ruhms, kurz vor seiner Katastrophe noch präziser die immanente Spannung zwischen seinem Leben und seinem Werk: »Möchten Sie wissen, worin die Tragödie meines Lebens besteht ? Ich habe mein Genie auf mein Leben verwendet und auf meine Werke nur mein Talent.« Nicht in erster Linie das Gefängnis war es, das den Künstler W. zerbrach, sondern die durch den Skandal ausgelöste Isolation von der Gesellschaft, ohne deren Stachel der Künstler W. nicht exisitieren konnte. W. unternahm nach der Trennung von Douglas noch verschiedene Reisen auf dem Kontinent. Im Sommer 1899 gab sein Gesundheitszustand immer mehr Anlaß zur Sorge. Gegen Ende September 1900 wurde W. nach eigenen Angaben bettlägerig. Am 10. Oktober ließ sich W. in seinem Hotelzimmer von einem Spezialisten operieren, wobei es sich vermutlich um einen Trommelfellschnitt oder die Entfernung von Wucherungen handelte. Kurz vor seinem Tode wurde ihm noch die katholische Taufe gespendet, gewissermaßen als Reminiszenz auf seine eigenen, vor geraumer Zeit geäußerten Worte: »Der Katholizismus ist der einzige Glaube, mit dem man sterben kann.« Am 30. November 1900 starb er im Hôtel d'Alsace in Paris. Beigesetzt wurde W. am 3. Dezember in Bagneux, von wo seine sterblichen Überreste im Jahre 1909 auf den Pariser Friedhof Père Lachaise überführt wurden.
Gesamtausgabe:n: The Writings of Oscar Wilde ... Uniform edition, 15 vol., London, New York: Keller 1907; [Works, ed. Robert Ross] 14 vols., London: Methuen 1908 - Suppl. Vol. 15: For Love of the King, London: Methuen 1922 - Nachdr. u.d.T.: The First Collected Edition of the Works of Oscar Wilde, 1908-1922; 15 vols., London: Dawsons of Pall Mall, New York: Barnes & Noble 1969; [Works, ed. Robert Ross] 12 vols., London: Methuen 1909 - Suppl. 4 vols.: The Picture of Dorian Gray, Paris: Charles Carrington 1910; Salome, London: John Lane 1913; A Critic in Pall Mall; Art and Decoration, London: Methuen 1919-1920; [Works] 11 vols., Leipzig: Tauchnitz 1908-1911 (Collection of British authors); The Complete Works of Oscar Wilde, 12 vols., Garden City N.Y.: Doubleday, Page 1923; The works of Oscar Wilde, 1856 [sic]-1900, New collected edition, ed., with an introduction, by G.F. Maine, 1 vol., London/Glasgow: Collins 1948, Repr. 1949, 1952, 1953, 1954, 1957, 1960, 1961, 1963; New edition: Complete Works of Oscar Wilde. With an introd. By Vyvyan Holland, 1 vol., London/Glasgow: Collins 1966 - Repr. New York: Perennial Library 1989; Sämtliche Werke in deutscher Sprache, übers. von Otto Hauser u.a., 10 Bd. Wien/Leipzig: Wiener Verlag 1906-1908; Werke in zwölf Bänden, Ausgabe des Wiener Verlages, neu hrsg. Berlin: Globus Verlag 1918 (Bd. 11-12: Robert H. Sherard, Das Leben Oscar Wildes); Werke in fünf Bänden, Berlin: Deutsche Bibliothek 1922; Werke in zwei Bänden, hrsg. und eingel. von Arnold Zweig, übers. von Gisela Etzel u.a., Berlin: Th. Knaur Nf. 1930 - Neuaufl. mit einer Einl. von Wolfgang Götz, 1937; Werke in zwei Bänden, hrsg. von Rainer Gruenter, übers. von Hannelore Neves u.a., München: Carl Hanser 1970, 5. Aufl. 1985 - Lizenzausg. Frankfurt a.M.: Ullstein 1976; Sämtliche Werke in zehn Bänden, hrsg. von Norbert Kohl, übers. von Christine Hoeppner u.a., Frankfurt a.M.: Insel 1982 (Bd. 8-10: Briefe, hrsg. von Rupert Hart-Davis).
Teilausgaben: Selected Writings. With an introd. by Richard Ellmann, London: Oxford University Press (OUP) 1961; Neuausg. London: Chancellor 1986; The Picture of Dorian Gray and Selected Stories. With a foreword by Gerald Weales, New York: New American Library 1962; The artist of critic. Critical writing, ed. by Richard Ellmann, New York: Random House 1969 - London: W.H. Allen 1970; The complete shorter fiction, ed., with an introd., by Isobel Murray, Oxford: OUP 1979; The portable Oscar Wilde. Revised edition, ed. by Richard Aldington and Stanley Weintraub, New York: Viking Press, Harmondsworth: Penguin 1981; The annotated Oscar Wilde. Poems, fictions, plays, lectures, essays and letters, ed. with introd. and notes, by H. Montgomery Hyde, New York: C.N. Potter 1982; Oscar Wilde. Ed. by Isobel Murray, Oxford: OUP 1989; The Soul of Man, and prison writings. Ed., with an introd., by Isobel Murray, Oxford: OUP 1990; Sämtliche Theaterstücke. Übers. und mit einem Nachwort von Siegfried Schmitz, München: Winkler 1971; Das Bildnis des Dorian Gray, Essays, Gedichte. Übers. von Siegfried Schmitz u.a., München: Winkler 1972; Salome. Dramen, Schriften, Aphorismen und die »Ballade vom Zuchthaus zu Reading«. Übers. von Christine Hoeppner u.a., Frankfurt a.M.: Insel 1975; Sämtliche Dramen. Übers. von Christine Hoeppener, Nachwort von Karl Heinz Berger, Leipzig: Insel 1975; De profundis. Epistola: in carcere et vinculis, sowie die Ballade vom Zuchthaus zu Reading. Übers. von Hedda Soellner und Otto Hauser, Nachwort von Gisela Hesse, Essay von Jorge Luis Borges, Zürich: Diogenes 1987; Das Bildnis des Dorian Gray, Erzählungen und ausgewählte Theaterstücke. Übers. von Christine Hoeppener und Alice Seifert, Berlin: Verlag Neues Leben 1987 - Lizenzausg., Stuttgart: Parkland 1987; Das Bildnis des Dorian Gray, Märchen, Erzählungen, Essays. Hrsg. von Friedmar Apel, Übers. von Siegfried Schmitz u.a., mit Kommentar, Zeittafel, Literaturhinweisen und einem Nachwort von Friedmar Apel, München: Winkler 1988; Oscar Wilde, Leben und Werk in Daten und Bildern. Hrsg. und mit einem Essay von Norbert Kohl, Frankfurt a.M.: Insel 1976; Kohl, Norbert: Oscar Wilde Bibliographie. In: Kohl, Oscar Wilde. Das literarische Werk zwischen Provokation und Anpassung, Heidelberg 1980 (Anglistische Forschungen 143), S. 532-686 [Werke Wildes und Sekundärliteratur]; Mikolyzk, Thomas A.: Oscar Wilde. An annotated bibliography, Westport 1993, 496 S. (Bibliographies&Indexes in World Literatur Series No. 38); Funke, Peter: Oscar Wilde, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hrsg. von Kurt Kusenberg, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1969.
Bibliographie: Bibliographie von Helmut Riege (Neubearbeitung 1990, Ergänzung 1995), 171ff.
Lit.: The trials of Oscar Wilde. Ed. with an introd. by H. Montgomery Hyde. With an foreword by Travers Humphreys, London 1948, 384 S., Taf. (Notable British trials series. 70) - Amerikan. Ausg. u.d.T.: The three trials of Oscar Wilde, New York 1956 - Rev. Neuausg. u.d.T.: Oscar Wilde, Harmondsworth 1962, 328 S. (Famous trials series) - Repr. London 1974; - Holland, Vyvyan: Oscar Wilde. A pictorial biography, London 1960, 144 S. mit zahlr. Abb. - Repr. 1988 - Dt.: Oscar Wilde. Eine Bildbiographie, München 1965 (Kindles Bildbiographien); - Croft-Cooke, Rupert: Bosie. The story of Lord Alfred Douglas, his friends and enemies, London 1963, 414 S. mit Abb.; - Hyde, H. Montgomery: Oscar Wilde. The aftermath. London 1963, XXI, 221 S., Taf. - Dt.: Oscar Wilde. Häftlinge C. 3.3. Heidelberg 1964, 239 S.; - Charlesworth, Barbara: Oscar Wilde. In: Charlesworth, Dark passages. The decadent consciousness in Victorian literature. Madison. Wisc. 1965, S. 53-80; - Schwarz, Grace Horowitz: The plays of Oscar Wilde, New York 1966, 117 S.; - San Juan, Epifanio: The art of Oscar Wilde, Princeton, New Jersey 1967. IX, 238 S.; - Jullian, Philippe: Oscar Wilde. Paris 1967, 418 S., Taf. - Dt.: Das Bildnis des Oscar Wilde. Hamburg 1972, 403 S., Taf.; - White, Terence de Vere: The parents of Oscar Wilde. Sir William and Lady Wilde, London 1967, 303 S., Taf.; - Borelius, Birgit: Oscar Wilde, Whistler and colours, Lund 1968, 62 S.; - Oscar Wilde. A collection of critical essays. Ed. by Richard Ellmann, Englewood Cliffs, New Jersey 1969, VIII, 180 S.; - Oscar Wilde. The critical heritage. Ed. by Karl Beckson, London 1970, XIV, 434 S.; - Herlemann, Klaus-Dieter: Oscar Wildes ironischer Witz als Ausdrucksform seines Dandyismus (Diss. Freiburg i.B.), 1971, 393 S.; - Croft-Cooke, Rupert: The unrecorded life of Oscar Wilde, London 1972, X, 289 S., Taf.; - Gocke, Rainer: Dramenfiguren zwischen Paradoxie und Pathos. Ein Versuch über Oscar Wildes Gesellschaftskomödien (Diss. Münster), 1973, 193 S.; - Nassaar, Cristopher S.: Into the demon universe. A literary exploration of Oscar Wilde, New Haven, Connecticut 1974, XIII, 191 S.; - Hyde, H. Montgomery: Oscar Wilde. A biography, New York 1975, XII, 410 S., Taf. - Neuausg.: London 1990, 560 S., Taf. - Dt.: Oscar Wilde. Triumph und Verzweiflung, München 1982, 592 S. (Heyne-Biographien.88); - Langlade, Jacques de: Oscar Wilde, écrivain français, Paris 1975, 307 S.; - Kronenberger, Louis: Oscar Wilde, Boston 1976, X, 236 S.; - Bird, Alan: The plays of Oscar Wilde, London 1977, 220 S.; - Ellmann, Richard und Espay, John: Oscar Wilde. Two approaches, Los Angeles 1977, VIII, 56 S.; - Ericksen, Donald H.: Oscar Wilde, New York 1977 (Twayne's English Authors Series No. 211); - Shewan, Rodney: Oscar Wilde, art and egotism, London 1977, XIX, 239 S., Taf.; - Weiser, Engelbert: Die Kunstphilosophie Friedrich Nietzsches und Oscar Wildes (Diss. Aachen) 1977, III, 302 S.; - Cohen, Philip K.: The moral vision of Oscar Wilde. Rutherford, New Jersey 1978, 287 S.; - Omasreiter, Ria: Oscar Wilde. Epigone, Ästhet und wit. Heidelberg 1978, 165 S.; - Kohl, Norbert: Oscar Wilde. Das literarische Werk zwischen Provokation und Anpassung, Heidelberg 1980, 703 S. (Anglistische Forschungen. 143); - Nicholls, Mark: The importance of being Oscar. The wit and wisdom of Oscar Wilde set against his life and times, New York 1980, XVI, 238 S. - Neuausg.: unter dem Namen Leslie Frewin: London 1986; - Roitinger, Anita: Oscar Wilde's life as reflected in his correspondence and his autobiography, Salzburg 1980, III, 370 S. (Salzburger Studien zur Anglistik und Amerikanistik. 12); - Gasparetto, Pier Francesco: Oscar Wilde. L'importanza di essere diverso, Milano 1981, 333 S.; - Italiaander, Rolf: Der Fall Oscar Wilde. Triumph und Tragödie eines Dichterlebens, Düsseldorf 1982, 123 S.; - Miller, Robert K.: Oscar Wilde, New York 1982, XII, 167 S.; - O' Brien, Kevin: Oscar Wilde in Canada. An apostle for the arts, Toronto 1982, 207 S.; - Oscar Wilde: Comedies. A selection of critical essays. Ed. by William Tydemann, London 1982, 192 S. (Casebook Series); - Amor, Anne Clark: Mrs. Oscar Wilde. A woman of some importance, London 1983, 249 S.; - Bentley, Joyce: The improtance of being Constance, London 1983, 160 S.; - Müller, Gerald: Philosophische Ästhetik versus ästhetisches Manifest. Rekonstruktion und systematischer Vergleich der ästhetischen Theorien Kants und Oscar Wildes, Konstanz 1983, V, 342 S. (Konstanzer Diss. 21); - Pine, Richard: Oscar Wilde, Dublin 1983, 156 S.; - Worth, Katharine: Oscar Wilde, London 1983, 216 S. [Studie seiner Dramen]; - Ellis, d' Allessandro, Jean M.: Hues of mutability. The waning vision in Oscar Wildes's narrative, Firenze 1984, XXII, 244 S.; - Schröder, Horst: Oscar Wilde. The Portrait of Mr. W.H. Its composition, publication and reception, Braunschweig 1984, 61 S. (Braunschweiger anglistische Arbeiten. 9) - Suppl.: Annotations, Braunschweig 1986, 81 S.; - Klotz, Volker: Das europäische Kunstmärchen. Fünfundzwanzig Kapitel seiner Geschichte von der Renaissance bis zur Moderne, Stuttgart 1985 [Darin: Oscar Wilde, 311-323]; - Debon, Günther: Oscar Wilde und der Taoismus, Bern 1986, 161 S. (Euro-Sinica. 2); - Gagnier, Regenia A.: Idylls of the marketplace. Oscar Wilde and the Victorian public, Stanford, Calif. 1986, 255 S., Abb; - Nelson, Walter W.: Oscar Wilde from Ravenna to Salomé. A survey of contemporary English criticism, Dublin 1986, 132 S.; - Pfister, Manfred: Oscar Wilde: »The Picture of Dorian Gray«, München 1986, 160 S. (Uni-Taschenbücher. 1388); - Schönfeld, Eike: Der defomierte Dandy. Oscar Wilde im Zerrspiegel der Parodie, Frankfurt a.M. 1986, 344 S. (Neue Studien zur Anglistik und Amerikanistik. 33); - Belleroche, Maud de: Oscar Wilde ou l'amour qui n'ose dire son nom. Préface de Roger Peyrefitte. Lausanne 1987, 408 S.; - Ellmann, Richard: Oscar Wilde, London 1987, XIV, 632 S., Taf. - Vgl. hierzu: Horst Schröder, Additions and corrections to Richard Ellmann's Oscar Wilde, Braunschweig 1989, 82 S.; - Langlade, Jacques de: Oscar Wilde ou la vérité des masques, Paris 1987, 345 S.; - Gnüg, Hiltrud: Kult der Kälte. Der klassische Dandy im Spiegel der Weltliteratur, Stuttgart 1988 [Darin: Dandy und Narziß. Oscar Wildes Erzählung »The Picture of Dorian Gray«, S. 292-312]; - Holland, Vyvyan: Son of Oscar Wilde, London 1954 272 S. mit Abb. - Neuausg.: With a foreword by Merlin Holland, Oxford 1988; - Raby, Peter: Oscar Wilde, Cambridge 1988, IX, 164 S.; - Smith, Philip E., und Michael S. Helfand: Oscar Wilde's Oxford notebooks: A portrait of a mind in the making, New York 1989, 280 S.; - Woodcock, George: Oscar Wilde: The double image, Concord, MA 1989, 308 S.; - File on Wilde. Ed. by Simon Trussler, London 1990, 78 S. (Methuen Writer-File Series); - Hänsel-Hohenhausen, Markus: Die frühe deutschsprachige Oscar-Wilde-Rezeption 1893-1906. Bibliographie. Egelsbach 1990, 120 S.; - Powell, Kerry: Oscar Wilde and the theatre of the 1890s, Cambridge 1990, 224 S.; - Behrendt, Patricia F.: Oscar Wilde: Eros & aesthetics, New York 1991, 223 S.; - Gagnier, Reginia: Critical essay on Oscar Wilde, New York 1991 (Twayne's Critical Essays on British Literature Series).; - Toepfer, Karl: The voice of rapture: A symbolist system of ecstatic speech in Oscar Wilde's Salome, New York 1991, 182 S. (American University Studies: Theatre Arts Series XXVI, Vol. 7); - McCann, Sean: The Wit of Oscar Wilde, Dublin 1991, 128 S.; - Pesch, Josef W.: Wilde, About Joyce. Zur Umsetzung ästhetischer Kunsttheorien in der literarischen Praxis der Moderne, Frankfurt 1992, 300 S. (Münsteraner Monographien zur engl. Literatur Nr. 8); - Small, Ian: Oscar Wilde revalued: An essay on new materials and methods of research, Greensboro, NC 1993, 320 S.; - Upchurch, David A.: Wilde's use of Irish Celtic elements in The Picture of Dorian Gray, New York 1993, 120 S. (American University Studies: English Language and Literature Series IV, Vol. 140); - Willoughby, Guy: Art and Christhood: The aesthetics of Oscar Wilde, Cranbury, NJ 1993, 176 S.; - Knox, Melissa: Oscar Wilde. A long and lovely suicide, New Haven 1994; - Schmidgall, Gary: The stranger Wilde: Interpreting Oscar, New York 1994, 400 S.
Werner Schulz
Werkeergänzung:
2008
Der Sozialismus u.d. Seele des Menschen. Ein Essay. Aus d. Engl. von Hedwig Lachmann u. Gustav Landauer. [Hrsg. von Jürgen Müller]. Berlin 2008;
2010
Der glückl. Prinz u. andere Märchen. Aus d. Engl. von Richard Zoozmann. Frankfurt/M. 2010; Das Bildnis d. Dorian Gray. Aus d. Engl. übers. von Ingrid Rein. Nachw. von Ulrich Horstmann. Stuttgart 2010.
Literaturergänzung:
1986
Hilary Fraser, Beauty and belief. Aesthetics and religion in Victorian literature. Cambridge 1986, S. 183-228; -
2004
Katherine Brown Downey, Perverse Midrasch. O.W., André Gide and censorship of biblical drama. New York 2004; -
2005
O.W. oder ich habe kein Verlangen, Türvorleger zu küssen. Gelesen von Udo Samel u. C. Bernd Sucher. Berlin 2005. 1 CD; - E. Leben in Briefen. Hrsg. u. komm. von Merlin Holland. München 2005; - Lloyd Lewis and Henry Justin Smith, O.W. discovers America. (1882). Nachdr. d. Ausg. 1936. Hannover 2005; -
2006
Andreas Rossmann, Manier statt Manieren. Armin Holz verspielt "Ein idealer Gatte" von O.W. am Schauspielhaus Bochum, in: FAZ Nr. 49 vom 27.2.2006, S. 42; - Susanne Bach, Theatralität u. Authentizität zwischen Viktorianismus u. Moderne. Romane von Henry James, Thomas Hardy, O.W. u. Wilkie Collins. Tübingen 2006; -
2007
Alexander Schimming, "Death is a great price to pay for a red rose". Ästhetik, Ethik u. Religion in d. Märchen O.W.s. Saarbrücken 2007; -
2008
Simone Reißner, Über O.W. Eine psychoanalyt. Betrachtung. Stuttgart, 30. November 2008. Freiburg/Br. 2008. 2 CDs; - Constanze Rüther, O.W. Ein Vorläufer d. Postmoderne? Saarbrücken 2008.
Letzte Änderung: 05.03.2010