Biographisch-Bibliographisches
Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen

Autorinnen und Autorenverzeichnis

Kröger, Heinrich

Dr. Heinrich Kröger, Pastor i.R., Lönsweg 28, 29614 Soltau, geb. 15.5. 1932 in Ahrenswohlde, Kreis Stade, als ältestes Kind des Anbauern Hein Kröger (1900-1974) und Sophie, geb. Wichern (1907-1956), 4 Geschwister, 1952 Abitur am Athenaeum Stade, Studium der Evangelischen Theologie in Hamburg (Kirchliche Hochschule), Tübingen, Heidelberg und Göttingen, Mitglied im Wingolf, einer christlichen Studentenverbindung, und in der Ansverus-Bruderschaft (heute: Communität) Aumühle, 1957 1. Theol. Prüfung, Vikar in Soltau, Lutherkirche; 1959 2. Theol. Prüfung, Pastor in Soltau, Lutherkirche, bis 1994, verheiratet mit Johanna, geb. Vos, 4 Kinder; Schwerpunkte der Gemeindearbeit: Gefährtenkreis, Haushalterschaft, Kirchbauverein, Dichterlesungen im Bugenhagenhaus, Lektorenarbeit.

 

1963 Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft plattdeutscher Pastoren in Niedersachsen, 1972 Vorsitzender bis 1992, danach Geschäftsführer bis 1998, Ausweitung und Intensivierung der kirchlichen Mundartarbeit: 1981 Plattdüütsch Lektionar, 1991 Plattdüütsch Gesangbook "Dor kummt een Schipp", 1995 Plattdüütsch Choralbook, regelmäßig Plattdüütsch Pastoralkolleg in Loccum, 1976 jährliche Dagfohrten, viele Kontakte zu Plattdeutschen in der DDR, auch nach Süddeutschland, in die Schweiz und Niederlande.

1974 Beauftragter der Landeskirche Hannovers für plattdeutsche Verkündigung bis 1997, zunächst ehrenamtlich, 1979 mit einem Drittel der Pfarrstelle, erst ab 1.9. 1991 halbe Pfarrstelle, nach der Pensionierung wieder ehrenamtlich; 1.5. 1990 Gründer der Plattform Plattdüütsch in de Kark als Dachverband BRD / DDR, Vorsitzender bis 2001, danach Geschäftsführer bis 2011, ab 1992 jährliches Vierländertreffen beiderseits der ehemals innerdeutschen Grenze, diverse andere Initiativen: 1978 500 Jahre Kölner Bibel; 1985 500 Jahre Bugenhagen mit De Kennung 8 als gesamtdeutsche Festschrift; Mitarbeit beim Deutschen Evangelischen Kirchentag: Plattdüütsch Huus, 1999/2001 Mundartzentrum. Symposien: 2004 Bernhard Raupach, Erstlingsschrift 300 Jahre, Rostock (De Kennung. Beiheft 15/2007); 2008 450. Todestag von Johannes Bugenhagen, Barth und Greifswald (Irmfried Garbe / Heinrich Kröger: Johannes Bugenhagen. Der Bischof der Reformation. Leipzig 2010); 2009 50 Jahre Ordinationsjubiläum und Lage des Plattdeutschen, Soltau (De Kennung. Beiheft 17/2010); zahlreiche Bemühungen zur Wiederentdeckung von Heinrich Hansen (Zwischen Volkskirche und Hochkirche. Bredstedt 2011) und des plattdeutschen Louis Harms: Honnig, 5. Aufl. 1981; Plattdeutsche Katechismus- und Bibelauslegung. De Kennung. Beiheft 16/2009; Darstellung verschiedener Einzelaspekte.

1956 Mitglied der Freudenthal-Gesellschaft, 1975 2. Vorsitzender und Mitglied der Jury des Freudenthal-Preises für neue plattdeutsche Literatur, 1979 bis 2012 Vorsitzender der Freudenthal-Gesellschaft und ihrer Jury (bis 2009); 1984 erstmals Freudenthal-Preis an eine Autorin in der DDR, 2001 erstmals an einen Autor in den östlichen Niederlanden (nedersaksisch); Mitorganisator von 7 Soltauer Symposien für Regionalliteratur und 7 Soltauer Tage zur Regionalliteratur; Neuausgabe von Büchern der Brüder August und Friedrich Freudenthal u.a. Schrieverslüüd. Weitere Aktivitäten: 1972 Mitgründer des Instituts für niederdeutsche Sprache in Bremen, 1981 Vorsitzender des Beirats, 1989-2004 2. Vorsitzender des Vorstands, Mitinitiator des Kongresses in Lüneburg 1990 (Plattdeutsch-Perspektive bis 2000); 2001 Gründer des Forums Plattdüütsch SFA (jetzt Landkreis heidekreis), vierteljährliche Delegiertentagungen.

Zur theologischen Weiterbildung und Forschung drei Kontaktsemester in Göttingen 1971, 1979 und 1991; 1996 Promotion zum Dr. theol. In Göttingen mit Bd. 1 des Hauptwerkes: Plattdüütsch in de Kark in drei Jahrhunderten. 4 Bde. 1996-2006 (Bd. 4 bearbeitet von der ältesten Tochter Dr. Sophia Kemlein); Hauptförderer: Prof. Dr. Gottfried Holtz (1899-1989), Rostock, und Prof. Dr. Dieter Stellmacher, Göttingen; wesentliche Mitarbeiter: Johann Diedrich Bellmann (1930-2006), Dr. Dieder Andresen, Schleswig, und Prof. Dr. Bernd Jörg Diebner, Heidelberg; bis heute Mitarbeit am Niederdeutschen Bibelzentrum St. Jürgen in Barth, das nach einem Internationalen Symposium "400 Jahre Barther Bibel" 1988 auf Zingst 2001 in einer mittelalterlichen Siechenkapelle eröffnet werden konnte, 2004 um ein Tagungshaus erweitert. Zusammen mit dem langjährigen Leiter Johannes Pilgrim wurde die Entwicklung der Arbeit dokumentiert: De Bibel un de Plattdüütschen (Dialekt und Religion Bd. 3/2015).

Publizistische Tätigkeit: Seit 1979 Mitherausgeber der Zeitschrift für plattdeutsche Gemeindearbeit "De Kennung", 2 Hefte jährlich, bisher 39 Jahrgänge, seit 1992 mit Beiheft, bislang 25, Leiter der jährlichen Kennung-Konferenz; 1992 Gründer der "Soltauer Schriften" im Auftrag der Freudenthal-Gesellschaft, seit 2002 vereinigt mit dem "Binneboom" des Heimatbundes Soltau, seitdem verantwortlicher Redakteur, bisher 22 Bde. 2014 Mithrsg. Der Schriftenreihe "Dialekt und Religion / Religion und Dialekt", LIP Verlag, bisher 8 Bde. Daneben zahlreiche Vorträge, Gastpredigten, Aufsätze und Rezensionen; seit 1967 Andachten in NDR 1 Niedersachsen: "Dat kannst' mi glööven!" Seit 1990 Mitarbeit am BBKL, bisher 16 Artikel. Ehrungen: 1992 Quickborn-Preis Hamburg und Verdienstmedaille des Landes Niedersachsen, 1998 Fritz-Reuter-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. Hamburg, 2010 Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis; 2012 Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft Plattdüütsch in de Kark Niedersachsen/Bremen und der Freudenthal-Gesellschaft Soltau, 2013 Ehrennadel des Landkreises Heidekreis; Festschriften zum 50. (De Kennung 5/1982), 60. Unikat (1992), 65. (De Kennung Beiheft 6/1997) und 80. Geburtstag (De Kennung Beiheft 19/2012). Weitere Informationen in: Wer ist wer? Das Deutsche Who `s who 2015/2016; Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2016/17, Bd. 1, S. 550-551.




Monographie

Plattdüütsch in de Kark in Lexika, besonders im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon , Seite 493-516
In: Traugott Bautz, Bernd Jaspert (Hrsg.) 50 Jahre Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Ein Weg in die Zukunft
Herzberg  2018

 



Lexikonbeiträge:

Band XXXVIII (2017) Spalten 89-119 Bellmann, Johann Diedrich (1930-2006)
Band XXXVIII (2017) Spalten 672-681 Herlyn, Gerrit Johannes (1909-1992)
Band XXXVIII (2017) Spalten 716-732 Homuth, Karl (1914-1986)
Band III (1992) Spalten 76-78 Jessen, Johannes (1880-1945)
Band V (1993) Spalten 396-397 Lüpke, Hans v. (1866-1934)
Band VI (1993) Spalten 407-410 Muuß, Rudolf (1892-1972)
Band VII (1994) Spalten 41-45 Paulsen, Johannes Joachim Heinrich (1847-1916)
Band VII (1994) Spalten 1408-1411 Raupach, Bernhard (1682-1745)
Band VII (1994) Spalten 1520-1522 Reimers, Heinrich (1879-1942)
Band IX (1995) Spalten 273-276 Schlichthorst, Johann David (1800-1843)
Band IX (1995) Spalten 992-995 Schröder, Walter Georg Karl (1884-1955)
Band X (1995) Spalten 745-749 Sohnrey, Heinrich (1859-1948)
Band XI (1996) Spalten 1165-1169 Thies, Johannes (1904-1982)
Band XII (1997) Spalten 414-417 Trapp, Ernst Christian (1745-1818)
Band XII (1997) Spalten 920-924 Unruh, Johann Carl Theodor (1827-1890)
Band XIII (1998) Spalten 90-98 VOSS, Ernst Christian Theodor Sophus Wilhelm
Band XIII (1998) Spalten 90-98 Voß, Ernst Christian Theodor Sophus Wilhelm (1886-1936)
Band XIII (1998) Spalten 126-130 Wacker, Peter Johannes Georg Emil (1839-1913)