Biographisch-Bibliographisches
Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen


Band XVII (2000) Spalten 710-712 Autor: Ekkart Sauser

JOHANN VIII. Franz von Khuen: Fürstbischof von Brixen, geb. 12.8. 1649 zu Hall i. T., gest. 3.4. 1702 zu Brixen.-

Der gutmütige und etwas drollig aussehende Oberhirte (J. Gelmi) wurde in der Pfarrkirche zu Hall i. T. getauft. Er war der Sohn des Johann Franz Graf von Khuen und der Gräfin Margret von Trapp. Nach seinen Gymnasialstudien in Hall i. T. ging er ins Germanikum in Rom, wo er in den Jahren 1666 bis 1675 studierte. 1672 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Nachdem er von Rom zurückgekehrt war, wurde er Domherr in Freising, dann in Brixen und dann noch in Passau. 1682 wurde er Pfarrer von Bozen. Hier bereits erwies er sich als echte soziale Persönlichkeit. Am 15. November 1685 wählte ihn das Domkapitel von Brixen nach dem Tode von Fürstbischof Paulinus Mayr zum neuen Fürstbischof. Am 12. Mai 1687 erst bekam er die Bestätigung von Rom. Am 29. Juli 1687 erfolgte seine Bischofsweihe im Dom zu Brixen. Eines der ersten Ereignisse unter seinem Bischofsamte war die Freisprechung der Maria Hueber, der späteren Gründerin der Tertiarschwestern zu Brixen, von der Hexerei. Sie hatte nämlich den Tod des Fürstbischofs Paulinus Mayr vorhergesagt und wurde deshalb als Hexe in Brixen verschrien. In die Regierungszeit dieses Bischofs fiel auch die Gründung von Kloster Säben, zu der drei Schwestern vom Nonnberg in Salzburg kamen. Die Weihe der Klosterkirche von Säben erfolgte dann am 25. November 1687. Ebenfalls unter diesem Oberhirten entstand in Innsbruck das Kloster der Ursulinen. Die diesbezügliche Stiftungsurkunde trägt das Datum des 5. Februar 1692. Im selben Jahr wurde auch das Kapuzinerkloster zu Innichen errichtet. Im Jahre 1698 gab der Fürstbischof auch die Erlaubnis zur Gründung eines Servitenklosters bei Volders, nächst Hall i. T. 1699 erstand das Kapuzinerkloster in Klausen. Aus diesen Gründungen geht hervor, daß J. ein großer Förderer der Klöster war.


Ekkart Sauser