Biographisch-Bibliographisches
Kirchenlexikon
Nachschlagewerk mit aktuellen Nachträgen


Band V (1993) Spalten 935-936 Autor: Gabriele Lautenschläger

MARTINA, Märtyrerin und Heilige (Gedenktag: 30.1.). Lebte im 3. Jahrhundert in Rom. Sichere historische Quellen fehlen. Ihr Kult ist seit dem 7. Jahrhundert bezeugt. Einer in dieser Zeit verfaßten Passio zufolge, war M. die Tochter eines ehemaligen Konsuls. Als Diakonisse und Märtyrerin starb sie während der Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Severus Alexander (222-235). Im 13. Jahrhundert verfaßte Hugo von Langenstein anhand der Martina-Legende eine geistliche Dichtung, die das vorbildliche Verhalten der Heiligen im Kampf mit den Heidenmächten als Adel des wahren Ritters Christi veranschaulichen will. Dieser Text der `Martina' ist nur in einer einzigen undatierten Handschrift (1350) erhalten und gilt als die älteste geistliche Dichtung aus dem Deutschen Orden. Nach Auffindung der angeblichen Reliquien M.s im Jahre 1634 ließ Papst Urban VIII. ihren Kult wiederaufleben. Eine unter Honorius I. (625-638) erbaute Kirche war 1588 der Accademia di S. Luca übergeben worden und wurde 1653 durch einen Neubau (Kirche SS. Luca e Martina) ersetzt.


Gabriele Lautenschläger