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Verlag Traugott Bautz
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AUGSTEIN, Rudolf Karl, Journalist, Publizist und Herausgeber der Wochenzeitschrift "Der Spiegel", * 5.11. 1923 in Hannover, † 7.11. 2002 in Hamburg. - A. entstammte einem bürgerlichen, streng katholischen Elternhaus. Er wuchs unter fünf Schwestern und einem Bruder in Hannover auf. Die Familie wanderte aus Bingen im Rheinland zu. Die Mutter Gertrude Maria A. war Hausfrau. Der Vater Friedrich A. führte bis 1928 eine Fabrik für Fotozubehör, danach betrieb er einen Foto-Einzelhandel, der für die Familie ein geregeltes Einkommen sicherte. A. engagierte sich in seiner Jugend in der Katholischen Kirche und in der katholischen Jugendorganisation "Neu-Deutschland" (ND). Nach Vollendung seines 17. Lebensjahres wandte er sich jedoch immer mehr von der Kirche ab. Von 1933 an besuchte A. das humanistische, katholische Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium, das er nach dem Abitur im April 1941 mit der Note "sehr gut" verließ. Noch im selben Jahr volontierte A. zunächst beim "Hannoverschen Anzeiger", bis er 1942, nachdem er sich freiwillig zur Wehrmacht gemeldet hatte, zum Arbeitsdienst nach Kulm in Westpreußen im besetzten Polen abgeordnet wurde. Seinen Dienst verrichtete er als Kantinenwirt und Postordonnanz. Danach wurde A. zu einer motorisierten Einheit nach Woronesch am Don versetzt und dort als Artilleriefunker bedienstet. Im Krieg wurde er verwundet und geriet als Leutnant für kurze Zeit in US-Gefangenschaft. Im April 1945 wurde ihm das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse verliehen. Das Kriegsende erlebte A. an der Elbe. Im Sommer 1945 kehrte er zurück nach Hannover. Dort gab inzwischen Friedrich Rasche, der den jungen Nachwuchsjournalisten A. bereits 1941 beim "Hannoverschen Anzeiger" betreut hatte, das "Hannoversche Nachrichtenblatt" heraus, in dessen Redaktion A. zunächst als Hilfsredakteur arbeiten konnte. Im November 1946 wurde A. Chef des "Deutschland"-Ressorts des Wochenblattes "Diese Woche", das der britische Presseoffizier John Chaloner schon im Februar 1946 nach dem Vorbild des Londoner Wochenmagazins "News Review" gegründet hatte. Gegen Ende des Jahres 1946 übernahm A. gemeinsam mit dem Fotografen Roman Stempka und dem Kaufmann Gerhard Barsch als Lizenzträger die "Woche" von den britischen Militärs. Das Magazin wurde daraufhin in "Der Spiegel" umbenannt. Die erste Ausgabe des "Spiegel" erschien am 4. Januar 1947. A. tauchte im Impressum vorerst als Herausgeber, im September 1947 auch als Chefredakteur auf. Im November desselben Jahres wurde auch A.s einziges, niemals publiziertes Theaterstück "Die Zeit ist nahe ..." an der hannoverschen Landesbühne uraufgeführt. Das Stück wurde jedoch ein Mißerfolg. Im "Spiegel" veröffentlichte A. in den ersten Jahren unter anderem regelmäßig eine mit dem Pseudonym "Jens Daniel" gekennzeichnete Kolumne. Der Name "Daniel" war, wie A. später selber angab, bewußt dem Alten Testament entliehen. In den Jens-Daniel-Kolumnen sprach sich A. vor allem gegen die Westbindung und die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland aus und betrieb damit Opposition gegen den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer. Seine erste Buchveröffentlichung tätigte A. im Jahr 1953, als er seine Jens-Daniel-Kolumnen unter dem Titel "Deutschland - ein Rheinbund?" publizierte. Aufgrund einer finanziellen Krise des "Spiegel" im Jahr 1950 zog A. mit seinem Magazin von Hannover nach Hamburg um, wo auch der Großverleger John Jahr lebte, der 50 % des "Spiegel"-Verlags erwarb und als Verlagsgeschäftsmann den "Spiegel" und damit A. aus ihrer finanziellen Notlage befreite. A. setzte auch nach diesem Umzug in seinen Artikeln und Kolumnen seine Kritik an der adenauerschen Politik fort, der er immer wieder vorwarf, sie zementiere die Spaltung Deutschlands. Da A. erkennen mußte, daß er mit seinen Artikeln im "Spiegel" Adenauers Entscheidungen kaum etwas Wirksames entgegensetzen konnte, trat er 1955 in die FDP ein. 1957 wollte er erstmals für den Bundestag kandidieren. Als sich Erich Mende - zu jener Zeit FDP-Fraktionsvorsitzender im Bundestag - dagegen aussprach, insbesondere weil sich A. zu sehr von seinem Haß gegen Adenauer und den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß habe leiten lassen, und A. erkennen mußte, daß die von ihm befürwortete Koalition zwischen SPD und FDP illusionär war, zog er seine Kandidatur wieder zurück. 1960 plante A. die Gründung einer Wochenzeitung mit dem Titel "Deutsche Allgemeine Zeitung", die in Konkurrenz zur "Zeit" und zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" treten sollte. Dieser Versuch, wie auch andere Versuche, weitere Zeitschriften und Zeitungen zu gründen, scheiterten allerdings meist an verlegerischen und juristischen Widerständen. Unter dem Pseudonym "Moritz Pfeil" schrieb A. gegen Strauß an, um dessen Atomwaffenprogramm und Kanzlerkandidatur zu verhindern. A. warf Strauß unter anderem vor, er habe sein Amt als Verteidigungsminister mißbraucht, um Freunden Aufträge zu verschaffen. Als in der "Spiegel"-Ausgabe vom 8. Oktober 1962 Conrad Ahlers über das Nato-Manöver "Fallex 62" berichtete und dabei vermeintliche Staatsgeheimnisse veröffentlichte, ließ Strauß am 26. Oktober die Redaktionsbüros des "Spiegels" durchsuchen und A. sowie Claus Jacobi, Johannes K. Engel, Conrad Ahlers und weitere Mitarbeiter wegen Landesverrats inhaftieren. A. saß daraufhin für 103 Tage im Koblenzer Gefängnis ein. Im Februar 1963 wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Mai 1965 wurde das Strafverfahren gegen A. und den "Spiegel"-Redakteur Ahlers aus Mangel an Beweisen eingestellt. Unmittelbar nach seiner Entlassung schrieb A. erneut gegen Strauß an. Die Vorwürfe, Strauß sei ein der Korruption schuldiger Minister, mußte er jedoch gemäß der Entscheidung des Bundesgerichtshofes widerrufen. Seine Feindschaft zu Strauß und Adenauer baute A. in den Jahren nach seiner Haft jedoch immer mehr ab. Am 9. Dezember 1966, wenige Monate vor dem Tode Adenauers, empfing dieser A. noch zu einer freundschaftlichen Unterredung. Die "Spiegel-Affäre" hatte A. zu einer gesteigerten Popularität verholfen. Er wurde zu Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Streitgesprächen eingeladen, die meist an deutschen Universitäten stattfanden. In der Untersuchungshaft und auch in späteren Jahren wandte sich A. nun häufiger Sinn- und Glaubensfragen zu. In den Jahren 1965 und 1966 traf er Karl Jaspers und Martin Heidegger zu Gesprächen. 1968 veröffentlichte A. sein zweites Buch "Preußens Friedrich und die Deutschen", in dem er über eine vermeintliche Kontinuität der deutschen Geschichte und über die Rolle Friedrichs als Wegbereiter Adolf Hitlers schrieb. In geschichtswissenschaftlichen Fachkreisen fand das Werk jedoch kaum Beachtung. 1969 wurde A. Alleineigentümer des "Spiegel". Der damalige Chefredakteur des "Spiegel", Claus Jacobi, wechselte zum Axel-Springer-Konzern. Als neuen Chefredakteur stellte A. den sozialdemokratischen Fernsehjournalisten Günter Gaus ein. A. betätigte sich zudem als Leben-Jesu-Forscher und publizierte 1972 nach zehnjähriger Arbeit die Monographie "Jesus Menschensohn", in der er nachzuweisen versuchte, daß es den historischen Jesus nie gegeben habe und auch nicht habe geben können. Dieses Werk konnte zwar hohe Auflagen erzielen, in der theologischen Wissenschaft fand es jedoch kaum Anerkennung. Ebenfalls im Jahr 1972 unternahm A. erneut den Versuch, in die aktive Politik einzutreten. Am 9. August 1972 wurde er als FDP-Kandidat des Wahlkreises Paderborn-Wiedenbrück nominiert. Mit Hilfe Walter Scheels garantierte ihm der neunte Platz auf der nordrhein-westfälischen Landesliste einen sicheren Sitz im Parlament. In den vorgezogenen Wahlen am 19. November 1972 erlangte A. als Gegenkandidat Rainer Barzels 5,3 % der Zweitstimmen. Nach 44 Tagen gab A. im Januar 1973 sein Bundestagsmandat wieder zurück. Als Begründung gab er an, Gaus sei vom damaligen Bundeskanzler Willy Brandt als Erster Missionschef in Ost-Berlin vorgesehen, deshalb müsse er zurück zum "Spiegel". Tatsächlich aber drohte A. ein Absinken in die Zweitklassigkeit der FDP, da er die komplexen inneren Verhältnisse der Bonner Partei falsch eingeschätzt hatte. A. unterstützte die Ostpolitik Willy Brandts und setzte sich bis 1989 verstärkt für die Wiedervereinigung ein. Unter seinem dritten Pseudonym "Patricia Longfort" schrieb A. seit 1973 über den damaligen Wirtschaftsminister der SPD Karl August Schiller und über dessen Gattin. 1977 beteiligte sich A. mit 55 % des Gesellschaftskapitals von 600.000 DM am Münchener "Filmverlag der Autoren", um dessen Überverschuldung abzuwenden. Sein dortiges Engagement gab er jedoch 1986 wieder auf, als er seine Anteile an die in München ansässige Filmgesellschaft "Futura" wieder verkaufte. In der vom "Spiegel" publik gemachten Parteispenden-Affäre, in deren Mittelpunkt verdeckte Spenden von circa 25 Millionen Mark standen, die der Flick-Konzern an CDU- und FDP-Politiker wie etwa Helmut Kohl oder Otto Graf Lambsdorff geleitet hatte, mußte sich A. dem Vorwurf aussetzen, verdeckte Spenden an die FDP gezahlt zu haben. A. bestätigte seine Spende, stellte jedoch fest, das Geld auf legale Art überwiesen zu haben. 1987 löste der "Spiegel" die Barschel-Affäre aus, in der Erich Böhme als damaliger Chefredakteur unlautere Wahlkampfmachenschaften des Kieler Ministerpräsidenten Uwe Barschel enthüllte. A. zweifelte an der Glaubwürdigkeit von Böhmes Informanten und distanzierte sich dabei von seinem Chefredakteur. Als das neu gegründete Nachrichtenmagazin "Focus" im Geschäftsjahr 1993 dem "Spiegel" einen Verlust von 1000 Anzeigenseiten herbeiführte, sah A. sein Lebenswerk in Gefahr. Zunächst stellte er mit Hans Werner Kilz und Wolfgang Kaden zwei neue Chefredakteure ein, die jedoch nicht in der Lage waren, ein Absinken der "Spiegel"-Auflagenzahlen zu verhindern. A. entließ Kilz und Kaden wieder und machte 1994 Stefan Aust nach einem Machtkampf mit der Redaktion zum Chefredakteur. Aust gelang es, die Krise des "Spiegels" abzuwenden. A. äußerte sich nun zunehmend seltener zum politischen Zeitgeschehen und zog sich immer mehr von der Arbeit in der "Spiegel-Redaktion" zurück. Am 7. November 2002 starb A. in Hamburg an den Folgen einer Lungenentzündung. A. war viermal geschieden und Vater von vier Kindern. Im Oktober 2000 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin, die Galeristin Anna Maria Hürtgen. A.s Lebensgeschichte und -weg sind eng verwoben mit der Geschichte des "Spiegel". Als Herausgeber dieses Nachrichtenmagazins zählte der Journalist und Publizist A. zu den erfolgreichsten und anerkanntesten Verlegern Deutschlands. Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau bezeichnete A. als den "vielleicht größten Publizisten der Bundesrepublik". A. sah den "Spiegel" als "Sturmgeschütz der Demokratie" an. Sich selbst verstand er als politisch handelnde, nicht nur beobachtende Figur. Durch den von ihm vertretenen und dem englischen Magazin "News Review" entlehnten Enthüllungsjournalismus wurde A. eine Medienmacht zuteil, die sich nicht nur aus den wirtschaftlichen und institutionellen Verflechtungen seines Konzerns, sondern primär aus seinen und den von ihm in Auftrag gegebenen Publikationen generierte. So war es vor allem A., dem die Etablierung einer "Vierten Gewalt" (Schulz) in der Bundesrepublik Deutschland zugeschrieben wurde. Bis weit in die 1980er Jahre galt der "Spiegel" überwiegend als eine von der nationalsozialistischen Vergangenheit unberührte Institution. Oft deckte der "Spiegel" selber die NS-Aktivitäten bekannter Persönlichkeiten der Bundesrepublik auf. Seit den 1990er Jahren sah sich jedoch vor allem A. vermehrt den Vorwürfen aus journalistischen und wissenschaftlichen Kreisen gegenüber, der "Spiegel" habe in seinen Anfangsjahren Mitarbeiter mit nationalsozialistischer Vergangenheit beschäftigt. In einem Interview im Mai 2001 bestätigte A. zwar diese Vorwürfe (Interview mit Peter Henlein, in: Welt am Sonntag vom 13.5.2001), gab aber über Einzelheiten und Personen keine Auskünfte. Noch in den 1980er Jahren sahen sowohl seine Kritiker als auch teilweise seine Anhänger A. als "linken Staatsfeind"; gegen Ende seines Lebens galt er immer mehr als aufgeklärter Deutschnationaler. In der Gegenwart jedoch wird er vor allem als liberaler Aufklärer wahrgenommen. Sein publizistisches Lebenswerk und sein Engagement für die Pressefreiheit gereichten ihm zu zahlreichen Auszeichnungen: Zum Ehrendoktor ernannten ihn die britische Universität Bath (1983), die Bergische Universität Wuppertal (1987) und die Moskauer Hochschule für Auswärtige Beziehungen (1999). 1994 ernannte ihn die Stadt Hamburg zum Ehrenbürger. 1990 wurde ihm der Adolf-Grimme-Preis, 1997 das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. 2000 kürte ihn das International Press Institut in Boston mit dem Titel "World Press Freedom Hero", 100 namhafte Journalisten wählten ihn im selben Jahr zum "Journalisten des Jahrhunderts". 2001 wurde er für sein publizistisches Lebenswerk mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. Seit 1965 gehörte er dem Deutschen PEN-Zentrum an. A. lebte in ständiger Auseinandersetzung mit seinem Glauben und der Kirche, auch nachdem er 1968 aus der Kirche ausgetreten war. In die Öffentlichkeit trug er diese Auseinandersetzung erstmals ausführlich 1958, als er in der "Spiegel"-Titelgeschichte "Jesus von Nazareth. Der Erwählte" seine Zweifel an der kirchlichen Darstellung der historischen Gestalt Jesu und grundsätzlich an seiner Historizität formulierte (Spiegel 52/1958, S. 42-55). In weiteren Artikeln und Vorträgen etwa vor der Evangelischen Akademikerschaft in der Berliner Kongreßhalle 1965 kritisierte A. den sozialen und politischen Einfluß besonders der Katholischen Kirche. Ebenso distanzierte er sich zwar immer wieder von dogmatischen Gottesaussagen, sah sich selbst aber weiterhin als Christ. In seiner 1972 erschienenen Monographie "Jesus Menschensohn" vertrat A. die These, die christlichen Kirchen besäßen kein sicheres Fundament, weil sich wissenschaftlich gesicherte Aussagen über Jesus Christus nicht treffen ließen. Da sich die Kirche nicht mehr auf den Gründer Jesus Christus berufen könne, habe sie nicht länger das Recht, in seinem Namen gesellschaftlichen Einfluß auszuüben; Religion sei als Sinnstifterin untauglich. Unter Theologen sorgte A.s Werk vorwiegend für Entrüstung, da er bei der Entwicklung seiner Thesen selten als Forscher vorgegangen sei, der Quellen objektiv betrachtete und Sekundärliteratur unvoreingenommen bewertete. Kritiker A.s führten seine Äußerungen zu Kirche und Religion meist auf persönliche Ressentiments gegenüber dem Katholizismus zurück. Dennoch erzielte das Werk "Jesus Menschensohn" hohe Auflagen. Die Entwicklungen in A.s öffentlichen Auseinandersetzungen mit Glauben und Kirche nahmen mit seinem Jesus-Buch in den 1970er Jahren zunächst ein Ende, bis er 1999 seine Schrift "Jesus Menschensohn" zu einer Neuauflage brachte, die nach eigenen Worten ein "fast neues Buch" war.
Werke: a) Monographien und Aufsätze: Deutschland - ein Rheinbund?, Darmstadt 1953 (Jens Daniel); Waffen statt Politik, in: Alfred Neven Dumont (Hrsg.): Woher, wohin. Bilanz der Bundesrepublik, Köln 1961, 48; Spiegelungen, München 1964; Konrad Adenauer und seine Epoche, in: Janko Musulin (Hrsg.): Die Ära Adenauer. Einsichten und Ausblicke, Frankfurt a. M., Hamburg 1964, 30-83; Opposition heute. Rudolf Augstein vor dem Rhein-Ruhr-Klub 1964. Vortrag und Diskussion, Hamburg 1964; Verfehlt die Opposition ihre Aufgabe? Disputation zwischen Rudolf Augstein und Heinz Kühn, SPD-Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen am 19. Jan. 1965 im Auditorium max. der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Hamburg 1965 (zusammen mit Heinz Kühn); Der geschundene Siegfried, in: Hans Werner Richter (Hrsg.): Plädoyer für eine neue Regierung oder keine Alternative, Reinbek bei Hamburg 1965, 62-64; So stell ich mir die Christen vor. Rede am 29. Jan. 1965. Im Auftrag der Evangelischen Akademikerschaft in Deutschland, Landesverband Berlin, Berlin 1965 (Berliner Reden 1); The criminal state and German responsibility. A dialogue, in: Commentary 41 (1966), 33-39 (zusammen mit Karl Jaspers); Vorbereitung auf den Notstand? 10 Antworten auf eine aktuelle Frage, Frankfurt a. M., Hamburg 1967 (gemeinsam mit Paul Lücke); Wäre Barzel denn richtig?, in: Hans Dieter Baroth (Hrsg.): Schriftsteller testen Politikertexte, München, Bern 1967, 6-11; Meinungen zu Deutschland, Frankfurt a. M. 19672; Begegnungen mit Konrad Adenauer, in: Helmut Kohl (Hrsg.): Konrad Adenauer 1876/1976, Stuttgart, Zürich 19762, 37-39; Preußens Friedrich und die Deutschen, Frankfurt a. M. 1981 (erw. Neuausg.); Krieg in Sicht?, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 32 (1981), 539-543; Vierzig Jahre Evangelische Akademie Tutzing. Referate und Protokolle der Denkwerkstatt. Veranstaltung der Evangelischen Akademie Tutzing vom 10. bis 12. Juli 1987 anläßlich ihres 40jährigen Bestehens, Tutzing 1987 (Tutzinger Materialien 48); Im Gespräch mit M. Radtke. Augstein - warum?, in: medien (Märkte & Märkte 1 (1988), Nr. 2, 32-38; Otto von Bismarck, Frankfurt a. Main 1990 (Anton Hain 12); Deutschland einig Vaterland? Ein Streitgespräch, Göttingen 19902 (zusammen mit Günter Grass); Macht und Gegenmacht: Gespräch mit Beate Pinkerneil in der Reihe "Zeugen des Jahrhunderts", Göttingen 1992 (Zeugen des Jahrhunderts) (zusammen mit Beate Pinkerneil); "Historikerstreit". Die Dokumentation der Kontroverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung, München 1995; Der Unbequeme. Vorwort, in: Erich Böhme/Klaus Wirtgen (Hrsg.): WiIIy Brandt. Die Spiegel-Gespräche, Stuttgart 1993, 9-11; Der Soziologie als Scharfrichter, in: Julius H. Schoeps (Hrsg.): Ein Volk von Mördern? Die Dokumentation zur Goldhagen-Kontroverse um die Rolle der Deutschen im Holocaust, Hamburg 1996, 106-109; L'Europe oui, Maastricht non. Die Schuldigen: Wir, in: Dieter Balkhausen (Hrsg.): D-Mark kontra Eurogeld. Das Abenteuer Währungsunion, Reinbek bei Hamburg 1996, 37-47; Otto von Bismarck 1815-1898, in: Wilhelm von Sternburg (Hrsg.): Die deutschen Kanzler. Von Bismarck bis Kohl, Berlin 1998, 13-38; Jesus Menschensohn, Hamburg 1999 (erw. Neuausg.); "Nichts, im Wortsinn nichts zu tun". Wie es zur "Spiegel"-Affäre kam, in: Angelika Ebbinghaus/Karl Heinz Roth (Hrsg.): Grenzgänge. Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts im Spiegel von Publizistik, Rechtsprechung und historischer Forschung, Heinrich Senfft zum 70. Geburtstag, Lüneburg 1999, 146-165; Brüten, skizzieren, mischen und hexen, in: Hans-Dieter Schütt/Oliver Schwarzkopf (Hrsg.): Die SPIEGEL-Titelbilder 1947-1999. Mit einem Vorwort von Rudolf Augstein und einem Gespräch mit Stefan Aust, Berlin 1999.
b) Herausgeberschaften: Überlebensgroß Herr Strauß. Ein Spiegelbild, Reinbek bei Hamburg 1980 (Spiegel-Buch 2); Gegen den Versuch, Vergangenheit zu verbiegen. Eine Diskussion um Politische Kultur in der Bundesrepublik aus Anlaß der Frankfurter Römerberggespräche 1986, Frankfurt a. M. 1987 (gemeinsam mit Walter Boehlich, Martin Broszat, Hilmar Hoffmann); Die Gegenwart der Vergangenheit. Dokumente einer deutschen Kontroverse. Die Spiegel-Serie über den langen Schatten des Dritten Reichs, München 1988 (Spiegel-Spezial 1) (gemeinsam mit Joachim C. Fest, Helmut Fleischer); 100 Jahre Hitler. Eine Bilanz, Hamburg 1989 (Spiegel-Spezial 2); Geißel Rauschgift, Hamburg 1989 (Spiegel-Spezial 1/1989); 162 Tage Deutsche Geschichte. Das halbe Jahr der gewaltlosen Revolution, Hamburg 1990 (Spiegel-Spezial 2/1990); Ein deutsches Jahrzehnt. Reportagen 1985-1995, Hamburg 1995; Die Welt im Wandel. Reportagen 1980-1995, Hamburg 1996; Das neue Gesicht des Ostens. Moskau, St. Petersburg, Warschau, Prag, Budapest, Hamburg 1999 (Spiegel-Spezial 9/1999); Spiegel-Reporter. Monatsmagazin für Reportage, Essay, Interview, Hamburg 2001 (zusammen mit Stefan Aust); Bücher 2002. Biografien, Belletristik, Sachbücher. Über 100 Rezensionen und Lesetipps, Hamburg 2002 (zusammen mit Stefan Aust).
Lit.: Gert Bergner: Rudolf Augstein und die "Spiegel" Affäre, Berlin 19642; - Rüdiger Altmann: Adolf Arndt, Rudolf Augstein, Ralf Dahrendorf, Hans Erich Nossack und Rolf Schroers antworten Arnold Gehlen, in: Merkur 18 (1964), Nr. 197, 653-670; - Heinrich Giesen: Augstein und sein Ärger, Berlin 1965 (Berliner Reden 3); - Otto Dibelius: Christus und die Christen. Antwort auf einen Vortrag von Rudolf Augstein, Berlin 1965 (Berliner Sonntagsblatt Die Kirche); - Dieter Just: Der Spiegel. Arbeitsweise - Inhalt - Wirkung, Hannover 1967 (darin Klaus Harprecht: Dialog mit Rudolf Augstein), 193-210; - Rudolf Pesch: Dokument der Verwirrung. Zu Rudolf Augsteins "Jesus Menschensohn", in: Herder Korrespondenz 26 (1972), 559-563; - Bodo Zeuner: Veto gegen Augstein. Der Kampf in der Spiegel-Redaktion um Mitbestimmung, Hamburg 1972; - Rudolf Pesch/Günter Stachel (Hrsg.): Augsteins Jesus. Eine Dokumentation, Zürich, Einsiedeln, Köln 19732; - Gesellschaft und christlicher Anspruch. Eine Diskussion über "Jesus Menschensohn" zwischen Rudolf Augstein, Ernst Ludwig Ehrlich, Adolf Holl, Eugen Kogon, Günter Klein, Rudolf Pesch, Gerhard Szczesny, Gisela Uellenberg und Heinz Zahrnt, Bad Honnef u. a. 1973 (Red. Gerhard Honal); - Hans Joachim Dörger: Religion als Thema in SPIEGEL, ZEIT und STERN, Hamburg 1973 (Konkretionen - Beiträge zur Lehre von der Handelnden Kirche 15), 83-88 u. ö.; - Georg Fasel: Die Logoslehre. Hegels Logik heute, Duisburg 19802 (darin enthalten: Augstein-Heidegger Interview); - Karl J. Brandstetter: Die unbekannte Geschichte der Spiegel-Affäre und das Scheitern der "multilateralen Atomstreitmacht" MLF. Der deutschamerikanische Dauerstreit um die atomare Verfügungsgewalt, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 32 (1987), 1205-1225; - Leo Brawand: Die SPIEGEL-Story. Wie alles anfing, Düsseldorf, Wien, New York 19873, 67-82; - Erich Kuby: Deutsche Schattenspiele. Dazu Interviews zur nationalen Frage mit: Rudolf Augstein, Egon Bahr, Willy Brandt, Günter Gaus, Walther Leisler Kiep, Hans-Ulrich Klose, Elisabeth Noelle-Neumann, Otto Schily, Jürgen Schmude, Franz Josef Strauß, Horst Teltschik, München 1988, 216-224; - O.A: Zur Verleihung der Würde eines Ehrensenators an Rudolf Augstein, Kurt A. Körber, Werner Otto, Elsbeth Weichmann, Hamburg 1989 (Hamburger Universitätsreden 47); - Hans-Jürgen Jakobs/Uwe Müller: Augstein, Springer & Co. Deutsche Mediendynastien, Zürich, Wiesbaden 1990, 11-52; - dies.: Rudolf Augstein. Ein Portrait, München 1991 (Heyne Sachbuch 507); - Claus Jacobi: Fremde, Freunde, Feinde. Eine private Zeitgeschichte, Berlin, Frankfurt a. M. 1991, 173-188 (darin enthalten der Briefwechsel zwischen A. und Gerd Bucerius); - Michael Nehrlich: Zur europäischen Krise nach Maastricht und Augsteins Frankreichhaß, in: Lendemains 17 (1992), 119-125; - Der Spiegel: Spiegel-Spezial Rudolf Augstein, Hamburg 1993; - Hersch Fischler: Spengler, Spiegel, Augstein, in: Die politische Meinung 39 (1994), 31-39; - Leo Brawand: Blick zurück. Der Publizist als Verleger. Rudolf Augstein und die Gründer-Generation der Nachkriegsjahre, in: Sibylle Reiter (Hrsg.): Zukunft oder Ende des Journalismus? Publizistische Qualitätssicherung, Medienmanagement, redaktionelles Marketing, Gütersloh 1994, 50-63; - Uwe Beck: Kirche im SPIEGEL - Spiegel der Kirche? Ein leidenschaftliches Verhältnis, Ostfildern 1994, 237-241; - Ralf Dahrendorf: Rudolf Augstein. Der Nationalliberale, in: ders. (Hrsg.): Liberale und andere. Portraits, Stuttgart 1994, 292-294; - Leo Brawand: Rudolf Augstein, Düsseldorf 1995; - Johannes Eissing: Kirche im "Spiegel" der Zeit. Ergebnisse einer Inhaltsanalyse zur Kirchenberichterstattung im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", in: Publizistik 40 (1995), 465-482; - Rudolf Augstein oder: Ein fester Platz in Walhall, in: Herbert Riehl-Heyse: Götterdämmerung. Die Herren der öffentlichen Meinung, Berlin 1995, 31-43; - Christoph Scheuring: Der unheilbare Denker. Christoph Scheuring über "Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein, in: Roger Anderson (Hrsg.): Medien-Macher. Journalisten beschreiben die Herrscher der vierten Gewalt, Hamburg 1996, 81-94; - Der Spiegel (Hrsg.): Rudolf Augstein, 60. Festschrift für Rudolf Augstein, Hamburg 1997; - Otto Köhler: Erledigt und abgehakt. SS beim "Spiegel". Noch immer leugnet Rudolf Augstein die frühen Beziehungen seines Blattes zu Nazi-Führern, in: Konkret (1997) H 2, 49; - Thomas Söding: Der Menschensohn, Zu Rudolf Augsteins neuem Jesusbuch, in: Christ in der Gegenwart, 47 (1999), 390; - Kersten Knipp: Augstein - Springer. Seid nett zueinander!, in: Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte (2000) H 1/2, 26-27; - Andreas Schulz: Der Aufstieg der "vierten Gewalt". Medien, Politik und Öffentlichkeit im Zeitalter der Massenkommunikation, in: Historische Zeitschrift 270 (2000), 65-97; - Martin Hengel: Ein Blick zurück im Zorn. Rudolf Augsteins Jesus Menschensohn, in: Theologische Beiträge 32 (2001), 158-163; - Otto Köhler: Rudolf Augstein. Ein Leben für Deutschland, München 2002; - Hermann L. Gremliza: Und Augstein hatte doch recht. Kein Nachruf, nur ein Blick zurück in Gelassenheit auf eine Affäre des "Spiegel" und seines Herausgebers aus dem Jahr 1971, in: Konkret (2002) H 12, 65; - Jochen Bölsche (Hrsg.): Rudolf Augstein - schreiben, was ist. Kommentare, Gespräche, Vorträge, Stuttgart 2003; - Ulrich Greiwe: Augstein. Ein gewisses Doppelleben, München 2003; - Isabell Schreml: Augstein, Dönhoff, Nannen & Co. Auf den Spuren des Erfolgs einer Journalistengeneration, Marburg 2003; - Rolf Becker: Art. Rudolf Augstein, in: Bruno Jahn (Hrsg.): Die deutschsprachige Presse. Ein biographisch-bibliographisches Handbuch, Bd. 1, München 2005, 36-37; - Joachim Fest: Trauerrede auf Rudolf Augstein mitsamt einigen Ergänzungen, in: ders. (Hrsg.): Begegnungen. Über nahe und ferne Freunde, Reinbek bei Hamburg 2006, 347-361.
Nicolai Hannig
Literaturergänzung:
2009
Peter Merseburger, R.A. Der Mann, der d. SPIEGEL machte. München 2009.
Letzte Änderung: 04.03.2009