Verlag Traugott Bautz |
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CRUCIGER (eigentlich: Creutzigerin), Elisabeth, erste Dichterin des Protestantismus, * um 1500 in Meseritz bei Schivelbein, † Mai 1535 in Wittenberg. - C. entstammte dem Adelsgeschlecht der Edlen von Meseritz, in Polen. 1522 floh sie aus dem Prämonstratenserkloster Treptow zu Johann Bugenhagen nach Wittenberg und vermählte sich 1524 mit Kaspar Cruciger in Wittenberg. Mit Katharina von Bora, Martin Luthers Gattin, war sie eng befreundet und ist bekannt als Dichterin des ersten Jesusliedes der evangelischen Kirche: »Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seinem Herzen entsprossen, gleichwie geschrieben steht, er ist der Morgensterne, sein Glanz streckt er so ferne vor andern Sternen klar« (EKG 46). Sie hat es gedichtet nach dem aus dem 4. Jahrhundert stammenden Weihnachtshymnus des Clemens Aurelius Prudentius »Corde natus ex parentis«. Luther hat das Lied aus dem Erfurter Enchiridion von 1524 anonym in das Wittenberger Chorgesangbüchlein von 1524 aufgenommen. Im Zwickauer Enchiridion von 1528 erschien es mit der Bezeichnung »Elizabeth M.« (Elisabeth von Meseritz), während Luther es in dem sog. Klugschen Gesangbuch von 1529 mit »Elisabeth Creutziger« bezeichnet aufführt.
Friedrich Wilhelm Bautz
Literaturergänzung:
1995
Elisabeth Schneider-Böklen: Der Herr hat Großes mir getan. Frauen im Gesangbuch. Stuttgart 1995, 11-26; -
2009
Wilhelm Höhn, "und kein Dank dazu haben". Einige Anm. zu zwei alten luther. Liedern. Zu Elisabeth Creutzigers "Herr Christ, der einig Gotts Sohn" und zu Martin Luthers "Ein feste Burg ist unser Gott", in: LuBei 14.2009, S. 20-33.
Letzte Änderung: 09.04.2011